Moorausstellung
Nesselwanger Volksschüler erkunden Moorausstellung

Eine Welt der Wunder tut sich seit gestern für die Nesselwanger Volksschüler auf. Seltene Tiere wie der Schwalbenwurzenzian-Ameisenbläuling harren ihrer Entdeckung und an mehreren Wannen können sie sich mit Wissen vollsaugen wie das Torfmoos mit Wasser. 'Baden in der Faszination der Moore' heißt der Titel der Wanderausstellung der Allgäuer Moorallianz, die seit gestern an der Volksschule Nesselwang Station macht. Die machte gleich ein ganzes Projekt 'Kinder entdecken Moore' daraus. Jede Klasse wird von der Gebietsbetreuerin für die Allgäuer Moore, der Biologin Barbara Zach, zu einer Entdeckungstour durch die Ausstellung geladen.

Alle Klassen zusammen füllten gestern zusammen mit einigen Eltern und Lehrern bei der Ausstellungseröffnung die Pausenhalle. Schlagworte wie 'Klima-' und 'Artenschutz' oder auch 'Biodiversität' wollten wie eine leere Badewanne gefüllt werden, erläuterte Schulleiter Dr. Otto Randel das Anliegen des Moorprojekts.

Einen kleinen Sprachkurs gab’s von ihm dazu: 'Es sotzget', nennt der Allgäuer lautmalerisch das schmatzende Geräusch, das entsteht, wenn er 'duar’s Moos hatscht'. Und Bürgermeister Franz Erhart berichtete aus seiner Kindheit, er habe es immer als etwas ganz Besonderes empfunden, wenn er mit seinem Vater ins Hertinger Moos gegangen sei, um Wasen zu stechen.

Das sei damals notwendig gewesen, um Heizmaterial zu gewinnen, entschuldigte Biologin Zach diesen aus heutiger Sicht wohl eher frevlerischen Umgang mit einem wichtigen ökologischen System. Welche Schätze es beherbergt, das können die Schüler unter anderem in Wannen mit Originalmoor entdecken, in denen die dort lebenden Tiere drapiert wurden.

Auch der Unterschied zwischen einem Nieder- und einem Hochmoor wird dabei deutlich. Ein Eimerversuch zeigt den Ausstellungsbesuchern handgreiflich, wie viel Wasser ein Moor aufnehmen und Speichern kann und hinter Vorhängen warten noch zwei Wannen voll weiterer Wunder. Etwa Moorgeistern, von denen ein ortskundiger Allgäuer erzählt.

Und ein weicher Bodenbelag mit den Umrissen des Allgäus gibt das weiche Trittgefühl eines Moorbegangs wieder – auch wenn es nicht 'sotzget'.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen