Sanierung
Nesselwanger Haus- und Grundbesitzer zahlen Klärwerk-Umbau

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Knapp 2000 Euro, zahlbar in drei Jahresraten, könnte den Besitzer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses in Nesselwang die anstehende Ertüchtigung der Kläranlage kosten. Diese Rechnung machte Bürgermeister Franz Erhart bei der Bürgerversammlung im Pfarrheim St. Andreas auf. Die Zuhörer im mit über 200 Besuchern mehr als voll besetzten Saal trugen die Nachricht anscheinend mit Fassung. Von einem 'Schildbürgerstreich' sprach allerdings Thomas Angerer. Ihn rege auf, dass nur der mitzahlen müsse, der Haus oder Grund habe: 'Meine Mieter gehen doch genauso aufs Häuschen!'

Bürgermeister Erhart verwies auf die Rechtslage, wonach die Kosten solcher Investitionen nur über einmalige Beiträge erhoben und nicht auf die laufenden Gebühren aufgeschlagen werden dürfen. 'Es trifft die, die Besitz haben, aber in verträglichem Maße', meinte er.

Erhart verwies darauf, dass die Liegenschaftsbesitzer für die Kläranlage bislang noch nie zur Kasse gebeten worden seien. Dass man 1986 versucht habe, den Bau komplett über die Gebühren zu finanzieren, habe mit zu der hohen Verschuldung des Marktes geführt.

Zum Einwand von Günther Erd aus Gschwend, in seinem Ortsteil sei man 1999 sehr wohl für die Geschossflächen zur Kasse gebeten worden, erklärte der Bürgermeister: Damals sei es um den Anschluss Gschwends an die Kläranlage gegangen.

Das habe nichts mit dem Neubau oder der Sanierung der Kläranlage zu tun. Besonders hart trifft es so nun die Bewohner des Ortsteils Thal, dem letzten, der an die Nesselwanger Kläranlage angeschlossen wurde. Sie werden zunächst für den Anschluss zur Kasse gebeten und wenig später für die Ertüchtigung der Kläranlage.

Was die Nesselwanger Haus- und Grundeigentümer tatsächlich für die Ertüchtigung zahlen müssen, steht allerdings noch nicht genau fest, machte der Bürgermeister deutlich. Zum einen handle es sich bei den Gesamtkosten von 3,6 Millionen Euro bislang nur um eine Schätzung, von der das Ergebnis der Ausschreibung abweichen könne.

Zum anderen werde sich der Marktgemeinderat noch über die Berechnungsgrundlagen unterhalten. Nach dem gegenwärtigen Stand beträgt der Beitrag rund einen Euro pro Quadratmeter Grund und 4,25 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Vermutlich im zeitigen Frühjahr gebe es genauere Zahlen, antwortete er auf eine Nachfrage von Martina Schade.

Daran, dass an der Ertüchtigung der Kläranlage kein Weg mehr vorbei führt, ließ Erhart keinen Zweifel: Bereits 2005 war deren Genehmigung ausgelaufen. Ende dieses Jahres wäre eigentlich endgültig Schluss. Nur weil der Markt die Ertüchtigung plant, gewährt das Wasserwirtschaftsamt noch einen letzten zweijährigen Aufschub.

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