Special Hochzeit SPECIAL

Verzweiflung in Oy-Mittelberg
Familie findet kein gemeinsames Zuhause - trotz 600.000 Euro Budget!

Seit drei Jahren suchen Annika Martin und Tobias Koch ein gemeinsames Haus.
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  • Seit drei Jahren suchen Annika Martin und Tobias Koch ein gemeinsames Haus.
  • Foto: David Yeow
  • hochgeladen von Svenja Moller

Seit drei Jahren schon suchen die 29-jährige Annika Martin und ihr 30-jähriger Verlobter Tobias Koch verzweifelt ein gemeinsames Zuhause für sich und Annikas achtjährigen Sohn. Bisher ohne Erfolg. Die Kinderpflegerin und der Haustechniker sind seit vier Jahren ein Paar.

Annika wohnt mit ihrem Sohn in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Oy-Mittelberg, die vom Vermieter ursprünglich als Ferienwohnung gedacht war. Das Zuhause besteht aus einem Bad, einem Flur, einem Kinderzimmer, einem Wohnzimmer (in dem auch Annikas Bett steht) und aus einer kleinen Küche. Einen Backofen hat die Mutter nicht. Ihr Verlobter wohnt in einer anderen Wohnung in Oy-Mittelberg. Keine der beiden Wohnungen ist groß genug für die dreiköpfige Familie.

Paar sucht Haus oder Grundstück

Annika und Tobias wünschen sich ein gemeinsamen Haus oder ein Grundstück, auf dem sie selbst bauen können. Damit ihr Sohn nicht die Schule wechseln muss, würde Annika am liebsten in der Nähe von Oy-Mittelberg bleiben. Doch das ist schwierig. Mittlerweile hat das Paar seinen Suchradius schon auf das Ostallgäu und Kempten ausgeweitet.

"Wir haben uns schon etwa 20 Objekte angesehen", erinnert sich Tobias. Meist gebe es zahlreiche Interessenten und oft seien die Häuser einfach überteuert. Das Paar hat 600.000 Euro Budget. "Trotzdem fühlt man sich oft, als wäre das nichts", sagt Annika. Viele Häuser würden an die Meistbietenden verkauft, da hätten Einheimische oft keine Chance.

Sieben neue Bauplätze in Oy-Mittelberg

Das Paar würde sich auch für einen Bauplatz interessieren. Auch hier gibt es aber das gleiche Problem: Wenig Angebote und sehr viele Interessenten. Laut Theo Haslach, dem Bürgermeister der Gemeinde Oy-Mittelberg, gebe es sieben Bauplätze, die voraussichtlich noch in diesem Jahr verkauft werden sollen. 250 Interessenten haben sich schon gemeldet. Wer einen Bauplatz bekommt, entscheiden Vergaberichtlinien. Zu 44 Prozent wird laut Haslach die Ortsbezogenheit (Wohnsitz, Arbeitsplatz, ehrenamtliche Tätigkeiten) und zu 56 Prozent werden Sozialkriterien (Kinder, Behinderung...) berücksichtigt.

Kaum Wohnungsangebote in Oy-Mittelberg

Auch Wohnungen in der Gegend sind knapp. Allein in der Gemeinde Oy-Mittelberg gibt es 600 Zweitwohnungen, bestätigt der Bürgermeister. Dazu kommen noch zahlreiche Ferienwohnungen. Tourismus sei zwar ein wichtiger Teil der Wirtschaft in der Region, trotzdem erkennt Haslach das Problem. "Baurechtlich kann dagegen aber wenig getan werden", verteidigt er sich. 

Es gibt noch ein Problem

Und dann gibt es da noch ein Problem weiteres für das Paar, das im September heiraten möchte. Annika und ihr Sohn würden gerne den Nachnamen von Tobias annehmen. Was sich einfach anhört, stellte sich aber als schwierig heraus. Wie Annika erzählt, ginge das laut Gemeinde nur, wenn das Paar einen gemeinsamen Wohnsitz hätte. Die einzige Lösung wäre, dass sich Tobias auf ihre Adresse ummeldet und seine eigene Wohnung als Zweitwohnsitz angibt. Das würde bedeuten, er muss Zweitwohnungssteuer bezahlen. "Das wären ungefähr 600 Euro pro Jahr", so Tobias.

Wie Annika wenige Tage nach dem Gespräch mitteilt, möchte der Bürgermeister nun einen Weg finden, damit Tobias die Zweitwohnungssteuer nicht bezahlen muss. Auf Nachfrage von all-in.de wollte sich Haslach dazu aber nicht äußern.

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