Video-Reportage
...ein Lichtlein brennt: Kerzenmacher aus Oy-Mittelberg sorgt mit Bienenwachs für besinnlichen Advent

Es duftet nach Honig und Bienenwachs in Engelbert Antonis Kerzenwerkstatt in Maria Rain bei Oy-Mittelberg. Seine Werkzeuge und Hilfsmittel sind ordentlich aufgeräumt. Besonders besinnlich ist es in der Kerzenwerkstatt nicht. Lediglich die fertigen Kerzen im Regal, zwei flackernde Leuchterkerzen und ein Eimer voller Bienenwachspelletts verraten, was Antoni hier herstellt. Es entstehen die Kerzen, die uns im Advent warm ums Herz stimmen.

Kerzenmacher ist er das ganze Jahr über, nicht nur in der Adventszeit. Selbstgemachte Bienenwachskerzen finden sich im Hause Antoni überall. Gewitterkerzen, Kerzen zum festlichen Essen, das Windlicht im Sommer auf dem Balkon oder auch die große Laterne vor dem Haus in der Weihnachtszeit.

Ein Geburtstagsgeschenk legt den Grundstein

Engelbert Antoni (62) ist 'in die Imkerei hineingeschmissen worden, wie ins kalte Wasser'. Dennoch feiert er im nächsten Jahr bereits sein 25-jähriges Gründungsjubiläum. Es fing alles an mit einem Geburtstagsgeschenk seiner Frau und seines Schwiegervaters: Ein Bienenhaus mit 27 Bienenvölkern. Daraufhin musste er sich erstmal mit seiner neuen Aufgabe arrangieren: 'Honig war damals nur klebrig-süß und Bienen waren Viecher, die stechen und ich nicht mag.'

Mit der Bienenhaltung kam schließlich das Kerzenmachen. Am Anfang rollte er Kerzen aus Plattenwaben. Später kamen Gießformen, in denen das geschmolzene Wachs aushärtet, hinzu. Die Königsdisziplin für Antoni ist das Kerzenziehen: Immer wieder taucht er einen Baumwolldocht in heißes Wachs, bis langsam eine Kerze entsteht. Diesen Vorgang wiederholt er bis zu 200 Mal, je nach Dicke der Kerze.

Selbstgemachte Naturprodukte

In Antonis Werkstatt mit Bergblick findet sich eine Vielzahl an Hilfsmitteln für die Herstellung der Kerzen. Silikonformen, Baumwolldochte, Stecknadeln, Holzstäbchen, Papprollen und Gummiringe, die zur Stabilisierung dienen, benötigt er ebenso wie die große Wachsziehanlage, die rund 30 Kilo geschmolzenes Wachs fasst. 'Alte Küchenrollen werden bei uns nicht sofort weggeworfen, sondern erst noch für die Arbeit mit den Kerzen verwendet', sagt er lachend.

Das handwerklich hergestellte Endprodukt überzeugt nicht nur den Kerzenmacher. 'Die Leute legen wieder viel mehr Wert auf Naturprodukte. Für mich ist das Wichtigste, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, um die Artikel erklären zu können. Habe ich diese Möglichkeit, dann ist eigentlich noch nie einer gegangen, ohne etwas mitzunehmen.'

Die Vorteile des Bienenwachses

Die Industrie macht Kerzen aus Paraffin. Für den Kerzenmacher kein Vergleich zum Bienenwachs. Das Lichtsymbol sei schon seit Urzeiten wichtig für den Menschen. Bienenwachs transportiert das besser, meint er, denn "die Bienenwachskerze hat ein schönes gelbes und warmes Licht und einen natürlichen, sehr feinen und weichen Duft."

Eine besondere Kerze in Antonis Sortiment, die seine Kunden vor allem in der Weihnachtszeit stark nachfragen, ist die Engelskerze. Die Grundform ist eine gezogene Leuchterkerze. Der Kerzenmacher rollt sie aus und windet sie in sich, während sie noch weich und formbar ist. So entsteht beim Abbrennen ein markantes Bild. 'Wenn die Flamme einbrennt und die Kanten stehen bleiben, sieht die Flamme wie das Engelsköpfchen und die Kanten wie Engelsflügel aus', sagt Antoni. Die Besonderheit liegt in der Herstellung. Nur zehn bis zwölf Kerzen kann er in einem Durchgang aufgrund des engen Temperaturfensters formen.

Während der Adventszeit verbringt Engelbert Antoni hauptsächlich seine Zeit auf Weihnachtsmärkten. Obwohl sich deshalb kein eigener Adventskranz lohnt, ist er überzeugt von der Tradition: 'Ich bin generell ein Fan vom Adventskranz. Wenn ich einen aufstellen würde, dann natürlich nur mit eigenen Bienenwachskerzen mit roten Schleifen.'

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