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Discobesucher vergewaltigt Frau (24) in Pfronten: Dreieinhalb Jahre Haft

Es sollte eine lustige Disconacht im Freundeskreis werden, doch diese endete am frühen Morgen des 15. August 2013 mit einer Tragödie: Auf dem kurzen Heimweg von einer Diskothek in Pfronten vergewaltigte ein 35-Jähriger eine 24 Jahre alte Frau.

Er überfiel sie, warf sie zu Boden und verging sich an ihr. Um Hilfeschreie der Frau zu verhindern, hielt er ihr Mund und Nase zu. Dann flüchtete der aus Rumänien stammende Arbeiter. Ein Rettungswagen brachte die Frau ins Krankenhaus. Gestern musste sich der Mann vor dem Kemptener Landgericht wegen Vergewaltigung und Körperverletzung verantworten.

Der angeklagte Rumäne war erst im Juni vergangenen Jahres nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. Da er weder Deutsch noch Englisch spricht, gelang es ihm an jenem Abend nicht, eine Frau kennenzulernen. Nachdem er die Diskothek in den frühen Morgenstunden verlassen hatte, hielt er sich offensichtlich noch längere Zeit vor der Gaststätte auf, bevor er gegen 5.30 Uhr die Frau überfiel und vergewaltigte.

Zwei Zeuginnen berichteten, mit großer Sicherheit den Mann in jener Nacht vor dem Lokal gesehen zu haben. Das 24-jährige Opfer hatte sich der Mann offensichtlich zufällig ausgesucht. Die junger Frau leidet bis heute an den Folgen des Verbrechens. So hat sie insbesondere bei Dunkelheit große Angst, nach draußen zu gehen und kann in ihrer Erdgeschoss-Wohnung nicht mehr schlafen.

Bei der gestrigen Verhandlung zeigte der geständige Täter Reue. Zur Tatzeit habe er sich betrunken gefühlt, erklärte der Angeklagte über seinen Dolmetscher. Bevor er in die Disco gegangen sei, habe er vier Bier getrunken, in der Gaststätte dann nochmals fünf Gläser Wodka-Lemon. Er könne sich nicht erklären, was er getan habe.

In einem von ihm verfassten und vom Dolmetscher übersetzten Schreiben hatte er sich bei seinem Opfer entschuldigt: 'Ich bitte Sie inständig, mir zu verzeihen.' Doch die 24 Jahre alte Frau will ihrem Peiniger nicht in die Augen schauen. Weil der Mann geständig war, blieb ihr eine Aussage vor Gericht erspart.

Opfer ist schwer traumatisiert

Das, was in jener Nacht passiert war, bezeichnete Staatsanwältin Petra Wagner als den 'Alptraum einer jeden Frau'. Das Opfer sei bis heute schwer traumatisiert und von einem 'minderschweren Fall' im juristischen Sinne könne keinesfalls die Rede sein. Sie forderte dreieinhalb Jahre Haft für den 35-Jährigen. Es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Alkoholeinfluss des Täters eine Rolle gespielt habe, sagte die Vertreterin der Nebenklage.

Zwei Zeuginnen hatten zuvor berichtet, nichts von alkoholbedingten Ausfallerscheinungen bei dem Mann bemerkt zu haben. Die Tat stelle für die Geschädigte einen 'gravierenden Eingriff in ihr Leben' dar, sagte die Nebenklage-Vertreterin. Der Verteidiger des Rumänenhielt eine zweijährige Haftstrafe für ausreichend, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Die Vertreterin der Nebenklage und der Anwalt des Mannes hatten sich zuvor in einem Vergleich auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro geeinigt. Kein Mensch würde verstehen, wenn das Verbrechen als 'minderschwerer Fall' bewertet würde, begründete Vorsitzender Richter Dietmar Hermann das Urteil von dreieinhalb Jahren.

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