Haushalt
Die finanzielle Situation in Wertach ist trotz steigender Gewerbesteuer angespannt

Der Rotstift wurde in den vergangenen Wochen zwar ungern, aber häufig benutzt im Wertacher Rathaus. «Wir müssen haushalten», erklärte Bürgermeister Eberhard Jehle vor der einstimmigen Verabschiedung des Haushalts 2011 im Gemeinderat. In den zahlreichen Vorbesprechungen sei jeder Punkt auf den Prüfstand gekommen. Denn die finanzielle Lage sei «angespannt», so Jehle. Aber er gehe mit Zuversicht in das Haushaltsjahr 2011. Denn die Gewerbesteuer werde sich von 154000 Euro im vergangenen Jahr auf 600000 Euro erhöhen. Wie eng der Spielraum dennoch sei, zeige die Zuführung von 430000 Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt, die zur Kredittilgung nicht ausreiche.

Zinsen wesentliche Ausgabe

Die Positionen im einzelnen erläuterte Jörg Meyer als Kämmerer. Im Verwaltungshaushalt schlagen die Personalkosten mit rund 855000 Euro ordentlich zu Buche, dicht gefolgt von der Kreisumlage in Höhe von 757000 Euro. Die Abwasserbeseitigung kostet rund 450000 Euro, für den Tourismus im Ort sind rund 370000 Euro eingeplant. Die Zinszahlungen, so Meyer, stellen mit knapp 390000 Euro ebenfalls eine «wesentliche» Ausgabe dar.

Eine erkleckliche Summe machen die Ausgaben für Tilgungsleistungen im Vermögenshaushalt aus: Sie betragen 573000 Euro. Weiterhin stehen Ausgaben in Höhe von einer Viertelmillion Euro für die Sanierung des Kindergartens und den Neubau der Krippe an. Die Arbeiten werden heuer abgeschlossen. Erfreulich: Die Einnahmen aus Fördertöpfen liegen auf gleicher Höhe.

Insgesamt rund 360000 Euro fließen in die gemeindlichen Wasserleitungen, etwa 180000 Euro kostet die Sanierung des Hochbehälters «Am Berg». Rund 150000 Euro sind für Maßnahmen im Kanalbau vorgesehen sowie 70000 Euro für den Straßenbau, u.a. in Hinterreute und Bichel. Um die dringendsten Löcher zu stopfen, wird ein Kredit in Höhe von 390000 Euro aufgenommen.

Joachim Konrad (CSU) bemängelte, dass die Gemeinde schon zum wiederholten Mal die so genannte Pflichtzuführung nicht erreicht habe: Die Gelder aus dem Verwaltungshaushalt reichen nicht aus, um die Kredittilgungen zu bedienen. Dabei, so Konrad, handele es sich um ein strukturelles Problem, das man in den Griff bekommen müsse. Gertrud Knoll merkte an, dass die Gemeinde weiter wachse und damit auch mehr Ausgaben anfallen.

Jehle konnte ihr da nur zustimmen: Je mehr Bürger und Gäste, desto höher der infrastrukturelle Aufwand.

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