Hochwasserkatastrophe
Freiwillige aus Ostallgäu berichten über Ahrtal

Im Hochwasser-Landkreis Ahrweiler sind einige Helfer aus Ostallgäu anwesend. Hierbei erzählen zwei Baggerfahrer, was sie dort tun können und wie es ihnen ergeht. Baggerfahrer Dominik R. aus der Eschenau beschreibt seine Eindrücke über das Flutkatastrophengebiet, dass es einfach erschütternd sei, was dort passiere. Es könne nach einem Krieg nicht schlimmer aussehen. Zudem ist er hörbar betroffen. Er muss mehrmals schlucken. Der Abbruchspezialist Dominik R., der Inhaber eines Baggerbetriebes, ist zusammen mit drei anderen Ostallgäuern seit Montag im Ahrtal (Rheinland-Pfalz) im Katastrophengebiet tätig. Bei den Aufräumarbeiten helfen sie dort eine Woche lang unentgeltlich.

Die Hilfe erfolgt jedoch unter widrigen Umständen. In Mayschoß, der 1.000-Einwohner-Gemeinde, seien zahlreiche Häuser „halb weg“, demnach zur Hälfte eingestürzt. Im Ort gebe es außerdem 10 Meter tiefe Krater auf den Straßen. Jochen K., ein weiterer Ostallgäuer, sagt, dass viele der Straßen wieder vollständig unterspült seien. Schließlich habe es in den letzten Tagen erneut viel geregnet. Immer noch liege die Regenwahrscheinlichkeit bei 80 oder 100 Prozent. Einige Straßen wurden aus diesem Grund notdürftig aufgeschüttet.

Die Baggerunternehmer sagen, was die Menschen im Allgäu bezüglich Hochwasser kennen würden, sei im Vergleich zu dem, was in Ahrtal vorgefallen sei, „pillepalle“. Vor Ort haben sie Bundeswehrsoldaten kennengelernt, die auch betonen, so einen Vorfall noch nie zuvor erlebt zu haben. Dominik R. meint, dass er mit viel gerechnet habe, aber nicht mit so schlimmen Ausmaßen. In der Gegend waren von 70 Brücken lediglich eine einzige befahrbar. Noch immer kann er es nicht fassen.

Er sagt leise, dass es schon schlimm gewesen sei, durch Ahrtal anzufahren. Die Allgäuer lassen manche Bilder nicht mehr los. Dominik R. sagt, dass sie seit Montag bereits mehrere hundert Kubikmeter Schwemmgut und Abbruchmaterial beseitigt hätten. Es sei der Wahnsinn. Auch im Allgäu machen Abbrüche 80 Prozent seines Geschäftes aus. Doch die Arbeit in Mayschoß sei einfach etwas anderes. Diese Häuser seien alle toll, nur die Flut habe sie kaputt gemacht. Es seien dort Existenzen vernichtet worden.

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