Hüttenberg: Keine Aussicht mehr am Aussichtspunkt

Um gegen Lärm und Müll vorzugehen, hat Ewidn Leimgruber eine sogenannte "Benjeshecke" errichtet.
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  • Um gegen Lärm und Müll vorzugehen, hat Ewidn Leimgruber eine sogenannte "Benjeshecke" errichtet.
  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Vielen dürfte der Aussichtspunkt bei Hüttenberg ein Begriff sein. Seit den 70er Jahren gibt es dort einen Parkplatz, oberhalb von Sonthofen. Treffpunkt für Freunde, Liebespärchen oder Aussichtspunkt für Urlauber und Fotografen.

Doch seit wenigen Tagen ist Schluss mit dem Blick auf die 21.500 Einwohner Stadt. Immer wieder gab es Ärger auf dem Parkplatz mit jungen Leuten. Sie hörten laute Musik, schrien rum und hinterließen Unmengen an Müll, "den meine Frau am nächsten Tag aus dem Feld aufgesammelt hatte", so Anwohner Edwin Leimgruber. Sein Haus steht knapp 20 Meter unterhalb des Parkplatzes.

Seit rund 20 Jahren beschwert sich der Hausbesitzer immer und immer wieder bei der Gemeinde über den Lärm und den Müll. Reagiert haben Sie: ein Schild, dass das Halten von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens verbietet wurde angebracht. Wenn wir bei der Polizei anrufen, brauchen sie zwischen 20 und 30 Minuten. "Bis die Beamten da sind, ist keiner mehr auf dem Parkplatz", erklärt der 57-jährige.

Da laut Leimgruber Gespräche mit dem Bürgermeister bisher nichts gebracht haben, hat er sich jetzt etwas einfallen lassen. "Ein Bekannter hat mir die Idee aus Isny mitgebracht. Wir haben die letzten Tage eine sogenannte ,,Benjes'' aufgebaut", so der Anwohner. Baumpfähle wurden dazu in den Boden gerammt und mit Totholz aufgefüllt, anschließend will Leimbruger die Hecke mit Bäumen bepflanzen.

"Ich wollte damit auch der Natur etwas zurückgeben. Ich wollte keine Holzwand. Diese Hecke hält nicht nur den Lärm von meinem Haus ab, sondern hilft auch noch Insekten, Bienen und Kleintieren. Es wird jetzt fast zwei Jahre dauern, bis es toll aussieht, aber das schaffen wir auch", so der 57-jährige. Mehrere Ladungen ,,Totholz'' waren nötig, um die rund 25 Meter lange Hecke zu füllen. "Alle demonstrieren für mehr Umweltschutz und ich baue diese natürliche Hecke. Wie lange sie sich hält kann keiner sagen. Ich hoffe nur, dass sie keiner anzündet oder beschädigt", so Edwin Leimgruber.

Autor:

Benjamin Liss aus Kempten

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