Berglauf
Wintersportler siegen beim Oberstdorfer Nebelhorn-Berglauf

Bekannte Gesichter der Berglaufszene machten «die Deutsche» unter sich aus: Timo Zeiler (MTG Mannheim) holte sich beim Nebelhorn-Berglauf des TSV Oberstdorf den vierten nationalen Meistertitel in Folge. Der Badener benötigte auf der verkürzten Strecke vom Oberstdorfer Marktplatz zur Station Höfatsblick 48:43 Minuten. Bei den Frauen siegte die Wahl-Allgäuerin aus Missen, Lisa Reisinger (SSC Hanau-Rodenbach), deutlich in 56:33 Minuten. Für eine Überraschung sorgte auf der klassischen Strecke bis hinauf zum Nebelhorngipfel ein Skilangläufer: Sebastian Eisenlauer (21) vom SC Sonthofen gewann in 1:05,51 Stunden.

Dass er in Abwesenheit von Helmut Schießl (Buchenberg) erneut auf dem Podest ganz oben stehen würde, war für Titelverteidiger Timo Zeiler (30) klar: << Der vierte Titel muss her >>, habe er sich gesagt, nachdem ein Streckentest vor wenigen Wochen Anlass zu Optimismus gab. Tatsächlich ging die Rechnung auf. Zeiler kontrollierte das Feld und brachte den Sieg mit sicherem Vorsprung vor Matthias Hektor (TUS Heidelberg/49:12) und Korbinian Schönberger (LLC Regensburg/ 49:51) ins Ziel. Bester Allgäuer war Alexander Hirschberg vom TV Jahn Kempten auf Rang zehn.

Durchstarten bei der EM

Zeiler ist bei den Bergläufern derzeit das Maß der Dinge. Er kann quasi vom Nebelhorn << durchstarten >> Richtung Europameisterschaft im türkischen Bursa. Nach einem vierten Platz vor zwei Jahren sei ein Podestplatz drin. Zumal die Strecke ausschließlich bergauf führt - im Gegensatz zu anderen großen internationalen Wettkämpfen, die oftmals auch bergab führen.

Dass die Strecke des Nebelhorn-Berglaufes extra für den Meisterschaftswettkampf verkürzt worden war, findet Zeiler << völlig in Ordnung >>. Die Strecke bis zum Höfatsblick entspreche etwa dem Niveau, das die Athleten in Bursa vorfinden werden.

Berglauf-Referent Wolfgang Münzel ergänzt: << Wir wollten so kurz vor der EM nicht Gefahr laufen, dass die Sportler am Ende platt an den Start gehen, wenn sie hier die volle Distanz laufen müssen. >> Nicht in das Flugzeug nach Bursa steigen wird die Tagesschnellste. Lisa Reisinger (27), wie Zeiler seit Jahren eine beständig gute Bergläuferin im DLV-Team, will stattdessen am Samstag schon beim Hauchenberg-Lauf in Weitnau zu einem << Heimspiel >> antreten. << Bursa ist nicht meine Strecke, nicht mein Ding. >> Ganz ihre Sache war dagegen der Nebelhorn-Berglauf. << Ich wusste immer gut Bescheid, wie groß mein Vorsprung war und hatte alles im Griff >>, skizziert Reisinger ihren Siegeslauf, bei dem sie nicht ans Limit gehen musste für den Titelgewinn in 56:33 Minuten. Mit Marie-Luise Heilig-Duventäster von der LG Welfen folgte in 1:00,15 Stunden die Zweite.

War für die Meisterschaftswertung das Ziel heuer schon am Höfatsblick, wartete auf die << normalen >> Berglaufsportler das << richtige >> Ziel am Nebelhorn-Gipfel. In dieser Wertung schlugen die Allgäuer Skilangläufer im DSV-Team zu: Sebastian Eisenlauer vom SC Sonthofen gewann den Berglauf in 1:05,51 Stunden. << Der Berglauf passte ganz gut in unser Trainingsprogramm >>, sagt Eisenlauer zu seinem Auftritt, bei dem auch die Teamkollegen Michael Schnetzer (Dritter in 1:06:53 Minuten) und Alexander Wolz (7.) eine gute Figur abgaben. Zweimal starteten die Langläufer in den vergangenen Wochen zum Probelauf. << Da wusste ich, dass eine Zeit von 65 bis 70 Minuten drin ist >>, so Eisenlauer.

Es gibt auch Sportler, die seit 30 Jahren ohne << Aussetzer >> zunächst beim Fellhorn-Berglauf und später bei dessen Nachfolger, dem Nebelhorn-Berglauf dabei sind. Manfred Burger vom TSV Burgberg jedenfalls versäumte keinen Wettkampf. << Mal gings besser, mal schlechter >>, erinnert sich der Bergläufer, Jahrgang 1942. 30 Jahre << dabei >> ist schließlich Lauf-Organisator Gerhard Söllinger. Er zog die Fäden für den früheren Fellhornlauf und seit 1999 für den Nebelhornlauf: << Jetzt muss Ruhe sein >>, kündigte er seinen Rückzug an. (sp)

Alle Ergebnisse im Internet unter www.tsvoberstdorf.de

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