Skispringen
Ski-Weltcup in Oberstdorf: Japanerin übertrifft Männerrekord auf der Normalschanze

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Staunen über Sara Takanashi: Die Japanerin hat das erste von zwei Weltcupspringen am Wochenende in Oberstdorf souverän gewonnen – und dabei Schanzenrekorde in Serie geliefert. Im zweiten Durchgang sprang sie 107 Meter und übertraf damit sogar den bisherigen Männerrekord von der Normalschanze von Sebastian Bradatsch aus dem Jahr 2012 um einen halben Meter. Bereits im ersten Durchgang hatte die Weltcup-Führende Takanashi mit 104 Meter für einen zwischenzeitlichen Frauen-Rekord auf der Oberstdorfer Anlage gesorgt.

Platz zwei belegte die Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz (97,5/100 Meter) vor der drittplatzierten Slowenin Ema Klinic (96,5/100). Für eine große Überraschung vor 2400 Zuschauern sorgte die Allgäuer Schülerin Agnes Reisch: Die 15-Jährige vom WSV Isny war bei ihrem Weltcup-Debüt beste Deutsche auf Rang 13.

Nach 93 Metern im ersten Durchgang steigerte sie sich im zweiten sogar noch auf 95,5 Meter. Das Talent ließ bei ihrer furiosen Premiere unter anderem Weltmeisterin Carina Vogt (Degenfeld) hinter sich, die als 28. enttäuschte. Auch Lokalmatadorin Katharina Althaus (SC Oberstdorf) blieb unter den Erwartungen und kam nicht über Rang 26 hinaus.

Zweitbeste Deutsche Julian Seyfarth (16.) vor Pauline Herssler (20.) und Anna Rupprecht (22.) und Ramona Straub (24.) und Gianina Ernst (29.) 'Ich kann’s noch gar nicht glauben', jubelte Agnes Reisch, die am Stützpunkt in Oberstdorf trainiert. 'Ich habe einfach versucht wie im Training zu springen und bin ganz locker geblieben. A bissle Dusel mit dem Wind habe ich auch gehabt', sagte die Allgäuerin.

Dagegen haderte Katharina Althaus: 'Mein erster Sprung war zu früh, mein zweiter zu spät. Das ist nicht das, was ich kann.' Carina Vogt übte sich dagegen in Geduld: 'Ich muss mir das Gefühl zurückholen. Ds kommt von Sprung zu Sprung', sagte die Olympiasiegerin und Weltmeisterin, beim Weltcup in Japan zuletzt gestürzt war und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Siegerin Sara Takanashi genoss derweil ihre 'Ausflüge': 'Ich bin überrascht, dass ich heute so weit springen konnte.'

Bundestrainer Andreas Bauer (Oberstdorf) sprach im Bezug auf das deutsche Abschneiden von einer 'Klatsche'. Lobende Worte fand er indes für Agnes Reisch: 'Sie hat mich positiv überrascht. Das war ein Meilenstein für sie und gibt Auftrieb für die nächsten Wettbewerbe.'

Am Sonntag wolle das Team neu angreifen. Die Japanerin Sara Takanashi sieht er in einer überragenden Form. Dass sie auch den Männerrekord in Oberstdorf brach, relativierte er indes: 'Die besten Männer springen von Luke 16. Die Frauen springen von Luke 26 oder 27.'

Am morgigen Sonntag (15.30) fällt die Entscheidung im zweiten Weltcupspringen ebenfalls von der Normalschanze in Oberstdorf.

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