Ski nordisch
Sieger Grotz geht an seine Grenzen

Jürgen Grotz hat gleich zu Saisonbeginn ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der 33-Jährige vom TSV Wiggensbach gewann nicht nur den traditionellen Saisonstart der Langläufer im Rohrmoos. Nein, er unterbot mit einer Zeit von 40,02 Minuten über 15 Kilometer auch noch die Zeit von Vorjahressieger Ralph Hagspiel (der diesmal krankheitsbedingt absagen musste) um über zehn Sekunden. Janine Frenzel (15) vom TSV Schwangau war eine der etwa 100 Nachwuchs-Talente und lief mit 15,36 Minuten über fünf Kilometer die beste Zeit bei den Frauen.

Das Rennen um die Wildtrophäen ist seit Jahren der erste Termin für Langläufer im Allgäuer Skiwinter. Im vergangenen Jahr musste der Wettkampf wegen Schneemangels abgesagt werden, deshalb freuten sich heuer über 150 Teilnehmer, die anspruchsvolle Strecke laufen zu können. «Rohrmoos ist eine erste Standortbestimmung und wichtig für Athleten, die sehen wollen, wo sie stehen», stellte der neue Vorsitzende des SC Tiefenbach, Stephan Steiner (30) fest.

Manch ein Athlet erlebt dort eine Überraschung - und gleichzeitig eine Motivation für die ganze Saison. Nachwuchs-Talent Lisa Tetzner (12) vom SC Fischen war total überrascht von ihrem guten Ergebnis. «Das ist mein erster dritter Platz», freute sie sich. Damit gerechnet hatte Lisa nicht, obwohl ihr Trainer Andi Wiedmann ihr Platz drei vorausgesagt hatte.

«Ich habe zwar an mich geglaubt, aber dass ich gleich aufs Treppchen laufe, hätte ich nicht gedacht», sagte sie. Für Lisa waren die ersten drei Wettkampf-Kilometer schon ein Höhepunkt.

Die elfjährige Lea Heckmair vom SC Oberstdorf konnte den Saison-Auftakt im Rohrmoos kaum erwarten. Zehn Tage vor Rennbeginn hatte sie sich eine Art Adventskalender für den Wettkampf-Auftakt gebastelt. Mit jedem Tag, der näher an die Saison-Premiere rückte, riss sie freudig ein Zettelchen davon ab. «Die Idee war von mir. Ich konnte es eben kaum noch erwarten, bis es endlich wieder losgeht», erzählte Lea. Ihr Training über den Sommer hat sich ausgezahlt. Sie musste sich auf der Drei-Kilometer-Strecke nur ihrer Vereinskameradin Katharina Brutscher (11) geschlagen geben.

Auch Thade Scherm (15) vom SC Fischen nutzte den Lauf für eine Bestandsaufnahme. Er wurde seiner Favoritenrolle in der Jugend 16 gerechnet und siegte über 7,5 Kilometer in 24,20 Minuten. «Ich hab auf der Strecke alles gegeben und bin froh, dass es für Platz eins gereicht hat», erzählt der Schüler des Skiinternats Oberstdorf.

Eine schwierige Strecke

Mit Platz eins gerechnet hat der Tagesschnellste Jürgen Grotz überhaupt nicht. Vor dem Start zu den 15 Kilometern stapelte er tief und freute sich im Ziel umso mehr über den Sieg. «Bei der anspruchsvollen Strecke musste ich an meine Grenzen gehen. Ich hatte zwölf Sekunden Vorsprung und am Schluss ist es wirklich noch knapp gewesen», sagte Grotz. Für ihn ist es eine der schwierigsten Strecken in der Region. «Du hast nie Zeit dich zu erholen. Auf der Strecke musst du immer arbeiten. Und auch die vielen Anstiege machen die Strecke anspruchsvoll», erzählt er.

Als Belohnung durfte er die Wildtrophäe - einen Auerhahn - mit nach Hause nehmen. Überreicht wurde die Trophäe von DSV-Präsident Alfons Hörmann, der sich über «einen tollen Wettkampf-Auftakt bei tollen Bedingungen» freute. Übrigens: In der Frauen-Wertung war keine einzige Starterin dabei, deshalb erhielt die 15-jährige Janine Frenzel die Gämse als schnellste Frau (Ergebnisse folgen).

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