Kampfsport
Selbstbewusst auftreten und handeln

Wie in anderen asiatischen Kampfsportarten beginnen auch die Karatekas des TSV Oberstdorf ihr Training mit einer kurzen Meditation sowie einem traditionellen Begrüßungsritual. Danach machen die Kinder und Jugendlichen unter Anleitung ihrer beiden Trainer Adi Kleis und Walter Schröer ausführliche Dehnungs- und Lockerungsübungen, um ihren Körper auf das Training vorzubereiten.

Auf die Beweglichkeit kommt es nämlich beim Karate an, da Hände und Füße, kurz gesagt der ganze Körper, ins Training eingebunden ist. Die Grundschule, erklärt Adi Kleis, ist beim Karate das A und O. Hier werden alle Bewegungsabläufe zunächst langsam eingeübt, damit die Kinder sie später wie von selbst und ohne großes Nachdenken ausführen können.

Bei jeder Wiederholung wird das Tempo ein wenig gesteigert, und die Anweisungen des Trainers erfolgen in immer kräftigerem Ton. «Das motiviert die Kinder», versichert Adi Kleis und blickt mit einem zufriedenen Lächeln auf die konzentrierten Mienen seiner Schützlinge, die gerade einen Angriff zur Körpermitte proben. Dieser wird allerdings nicht nur nach vorne, sondern ebenso nach beiden Seiten ausgeführt. «Im Kampfsport muss man sich in alle Richtungen bewegen, deshalb führen wir die Techniken auch in der Rückwärtsbewegung aus», erklärt der Trainer.

Nicht nur die Angriffe, auch die Konter müssen geübt sein. Schließlich sollen die Nachwuchs-Karatekas wissen, wie man sich verteidigt. Neben Konzentration ist dabei aus sportlicher Sicht vor allem die Reaktionsschnelligkeit ausschlaggebend. Allerdings geht es im Karate nicht nur um den Sport. Beim Karate, so Adi Kleis, stehe in erster Linie die menschliche Seite im Vordergrund. Immer wieder, fügt der 76-Jährige stolz hinzu, erfahre er von dem guten Leumund, den seine Schützlinge in der Schule genießen. Selbstvertrauen ist ein weiterer, wichtiger Bestandteil, den die Trainer den jungen Karatekas mitgeben. Das fange mit der richtigen Haltung an. Die Kinder sollen durch eine selbstbewusste Körpersprache zeigen, dass sie nicht so leicht einzuschüchtern sind, sagt Kleis.

Schreien ein Teil der Übung

Das Training des TSV Oberstdorf gliedert sich in drei Teile. Nach der Grundschule werden die eingeübten Techniken im Partnertraining gefestigt, bevor die Buben und Mädchen die für ihre nächste Prüfung erforderlichen Katas einstudieren. «Lasst euren Schrei raus, der Gegner muss was hören», fordert Walter Schröer die Kinder beim Partnertraining auf, während er bei anderen die Handstellung oder den Bewegungsablauf korrigiert. «Mach die Finger zu», erklärt er einem Buben, der die Hand nicht richtig zur Faust geformt hat und einem anderen demonstriert er, dass der Stoß mit dem Fuß aus einer ganz simplen Hüftbewegung heraus entsteht und sich nicht der ganze Körper dabei in die Richtung hin bewegt. Der seitliche Fußstoß ist für die jungen Karatekas schon ein wenig schwieriger auszuführen.

Nachdem der Fuß hochgenommen wird, das Knie angewinkelt ist und die Zehen dabei nach vorne zeigen, erfolgt der Kick nach außen. Diese Technik dient dazu, einen Gegner zu stoppen, erklärt Adi Kleis und fügt hinzu: «Der Fuß ist länger als der Arm, aber es bedarf eines guten Auges.» Gezielt wird dabei immer zur Kinnspitze, selbst bei den Wettkämpfen muss aber kurz vorher gestoppt werden. Jede Berührung wird bestraft und kann bei wiederholtem Verstoß die Disqualifizierung zur Folge haben. Da die Kinder entsprechend ihrer Gürtelstufe und der nächsten anstehenden Prüfung unterschiedliche Katas einüben müssen, wird die Gruppe zu dieser speziellen Technikschule geteilt. Es gibt 27 verschiedene Katas. Darunter versteht man Übungsformen, die aus stilisierten Kämpfen bestehen und ausschließlich gegen imaginäre Gegner ausgetragen werden.

Der jeweilige Ablauf ist dabei genau festgelegt. Ab sieben Jahren kann man laut Adi Kleis mit Karate beginnen.

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