Treitz
Oberstdorf ohne WM-Chance

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) schließt aus, dass Oberstdorf als Veranstaltungsort für die abgesagte Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Tokio einspringt. «Es ist schön, dass der EC Oberstdorf seine Hilfe anbietet. Aber das Verbandspräsidium hat beschlossen, dass wir uns generell nicht um eine kurzfristige Ausrichtung bewerben. Die Anlage in Oberstdorf ist ohnehin definitiv zu klein», sagte DEU-Vizepräsidentin Elke Treitz (53/Mannheim) gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie berichtet, hatte der ECO-Vorsitzende Harald Löffler (65) Oberstdorf als Ausrichter einer «abgespeckten WM mit familiärer Atmosphäre» ins Spiel gebracht. Er verwies darauf, dass die Oberstdorfer bereits drei Mal eine Junioren-Weltmeisterschaft vorbildlich organisiert hätten und eine «Not-WM» kurzfristig stemmen könnten. Doch das kann sich Elke Treitz nicht vorstellen. «Eine Weltmeisterschaft ist eine riesige Herausforderung.

Das wissen wir seit den Titelkämpfen 2004 in Dortmund. Damals haben wir zwei Jahre vorher mit der Planung angefangen.» So gelte es nicht nur 200 Sportler und deren Betreuer unterzubringen, sondern beispielsweise auch optimale Bedingungen für die Fernsehstationen zu liefern. In Dortmund hätten damals fünf TV-Teams mit jeweils 100 Mitarbeitern die Übertragung gesichert.

«Die dafür nötigen technischen Möglichkeiten gibt es in der Oberstdorfer Arena nicht», sagt Treitz.

Starke Konkurrenz

Verwundert zeigt sich Harald Löffler von der Haltung der DEU: «Es überrascht mich, dass Oberstdorf von vornherein abgelehnt wird. Wir hätten dem Verband viel Arbeit abgenommen», sagt Löffler. Ob die WM heuer überhaupt stattfindet, ist noch unklar. Die Internationale Eislauf-Union (ISU) will nach der WM-Absage wegen der Erdbebenkatastrophe in Japan darüber «zeitnah» entscheiden. Laut Treitz liegen bereits einige Bewerbungen vor: So bieten sich Turin, Vancouver, Los Angeles und St. Petersburg als WM-Orte an. Auch Yokohama in Japan ist noch im Gespräch. «Ich hoffe, die ISU trifft noch in dieser Woche eine Entscheidung, damit die Sportler schnellstmöglich Klarheit haben», sagt Treitz.

Möglicherweise werde die ursprünglich vom 21. bis 27. März angesetzte WM erst im Mai stattfinden. «Darauf müssen sich die Athleten mental einstellen.» Zu den zehn deutschen WM-Kandidaten gehören auch vier Sportler, die am Stützpunkt in Oberstdorf trainieren: Die Paarläufer Maylin Hausch (22) und Daniel Wende (26) sowie das Eistanz-Paar Nelli Zhiganshina (23) und Alexander Gaszi (26).

 

Elke Treitz

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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