Tour de Ski
Mit Kribbeln am Burgstall

Vom Jackpot kann Ski-Langläuferin Katrin Zeller (33) bei der Tour de Ski allenfalls träumen. 82 000 Euro gibt es jeweils für die Gesamtsieger bei Männern und Frauen. 'Vermutlich würde ich das Geld in eine Wohnung oder in ein Haus anlegen', sagt die Oberstdorferin, die im Vorjahr auf Platz zwölf beste Deutsche war. Doch Zeller ist realistisch genug, um zu wissen, dass andere am Schluss des elftägigen Wettbewerbs mit neun Etappen ganz oben stehen werden. Weltcup-Spitzenreiterin Marit Björgen aus Norwegen und die Vorjahressiegerin Justyna Kowalczyk aus Polen sind die Top-Favoriten des Spektakels, das mit den Rennen in Oberhof begann und am Wochenende in Oberstdorf Station macht. Heute steht der Sprint (ab 12.30 Uhr) auf dem Programm und am Sonntag (ab 13 Uhr) der Skiathlon (auch Jagdrennen genannt), bei dem die Frauen fünf Kilometer in klassischer Technik und fünf Kilometer im Skating-Stil zurücklegen.

Katrin Zeller, die mit der Staffel jeweils Silber bei der Weltmeisterschaft 2009 und bei den Olympischen Spielen 2010 gewann, kann das Heimspiel kaum erwarten. Als sie am Mittwoch vor Weihnachten ihre Runden auf der Loipe im Ried trainierte, 'hat es schon gekribbelt': vor allem am legendären Burgstall, der den Loipenstars spätestens seit der Nordischen Ski-WM 2005 in bester Erinnerung ist. Einerseits wegen des gefürchteten Anstiegs, andererseits wegen der vielfach gepriesenen Anfeuerung. Auf die freut sich auch Nicole Fessel (28) vom SC Oberstdorf. Die vorherige Ausgabe der Tour de Ski musste die einstige Junioren-Weltmeisterin wegen einer fiebrigen Erkältung ausfallen lassen. Diesmal will sie – genau wie Katrin Zeller – einen Platz unter den 'Top 15 der Gesamtwertung'.

Oberstdorf könnte beiden Allgäuerinnen zum Durchbruch verhelfen. 'Daheim zu laufen ist etwas besonderes. Das spornt unheimlich an. Da ist man wie in Trance oder wie in einem Tunnel', beschreibt die Gesamt-17. der vorigen Weltcup-Saison. Beim Start in Oberhof war sie auf Rang 35. und .. noch weit von einem Spitzenplatz entfernt. 'Mir fehlt die Wettkampfhärte. Ich muss erst wieder reinkommen', sagt die WM-Siebte von Oslo. Dennoch gewinnt sie dem Auftakt positives ab: 'Es wird von Tag zu Tag besser.' Das macht ihr Hoffnung für die Tour-Stationen in Oberstdorf und die weiteren Rennen in Toblach und Val di Fiemme (beide Italien).

Bis zum Schluss werden aus Allgäuer Sicht wohl nur Zeller und Fessel dabei sein. Für die beiden Talente Hanna Kolb (20/TSV Buchenberg) und Lucia Anger (20) vom SC Oberstdorf wird aller Wahrscheinlichkeit nach am Sonntag Schluss sein. Bundestrainer Jochen Behler (51) will ihnen das heftige Programm noch nicht komplett zumuten.

Vor allem der Auftritt von Sprintspezialistin Kolb wird im Allgäu mit Spannung erwartet. Beim Prolog in Oberhof zeigte sie mit Platz 15 eine starke Leistung, die von Bundestrainer Jochen Behle (51) mit 'sehr ordentlich' bewertet wurde. Die Note 'sehr gut' kann sie sich am Burgstall erkämpfen.

Hanna Kolb

Lucia Anger

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