Alpine Ski-WM
Missglücktes WM-Debüt trotz Allgäuer Fan-Schar

Ihr Traum endete nach exakt 19 Sekunden. Im Starthäuschen oben am Garmischer Gudiberg biss die Oberstdorferin Christina Geiger noch einmal auf die Zähne, nickte kurz, als wolle sie sich selbst einreden, dass alles passe, und katapultierte sich Augenblicke danach auf die WM-Slalompiste. Doch die Körperspannung der Junioren-Weltmeisterin von 2010 war viel zu schnell dahin - und nach nicht einmal einem Drittel der Strecke war die schwierige Gratwanderung zwischen Verbissen- und Lockerheit missglückt.

Geiger kam bei einem Rechtsschwung in Rücklage, geriet ins Straucheln und leistete sich bei einer sogenannten Haarnadel-Kombination (eng aneinander gesteckte Slalomstangen mit zwei Richtungswechseln) einen Torfehler. Entlang der Strecke schlug vor allem die hellgrün bekleidete Fanschar aus dem Allgäu die Hände über dem Kopf zusammen.

Über 100 Helfer der alpinen Weltcup-Rennen in Ofterschwang (aller Voraussicht nach finden dort Anfang März 2012 wieder Frauen-Rennen statt) hatten der 20-jährigen Oberstdorferin die Daumen gedrückt. Vergeblich. Geiger fuhr zwar weiter - und wurde zunächst mit großem Rückstand in die Ergebnislisten aufgenommen, nach Auswertung der Fernsehbilder aber disqualifiziert. Im Ziel angekommen kullerten ein paar Tränen - doch als Geiger vor die Presse trat, wirkte sie gefasst. Natürlich sei sie enttäuscht. Natürlich habe sie sich ihre WM-Premiere bei den Erwachsenen anders vorstellt. «Aber man gewinnt nichts, wenn man nicht voll angreift», tröstete sich Geiger selbst. Außerdem sei sie bis zum Ausscheiden - und auch danach gut gefahren. «Das passt schon.»

Alpinchef fordert «Umdenken»

Genau diese Einstellung kritisierte der Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes, Wolfgang Maier. Speziell zum Abschneiden von Geiger, die auch bei den sieben Weltcups zuvor nur zweimal ins Ziel kam (in Semmering wurde sie Dritte!), wollte er nichts sagen. Doch Maier echauffierte sich vor Kameras und Mikrofonen öffentlich über das gesamte deutsche Slalom-Team - «mit Ausnahme von Maria Riesch».

Er warf bei seiner Schelte Fanny Chmelar, Susanne Riesch, Katharina Dürr und Christina Geiger in einen Topf und meinte: «Das war absolut enttäuschend. Fragen sie die Mädels doch mal selbst, was sie hier abgeliefert haben. Ich hatte den Eindruck, die wären den Gudiberg lieber auf der Rückseite des Hanges runtergefahren als in dieses Stadion. So, wie die sich hier präsentiert haben, können sie letztendlich nicht weitermachen. Alle sind gezwungen, jetzt umzudenken.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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