Eröffnung
Märchen mit Monster und seinen Meistern

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Sie ist ein Monster. 90 Meter lang, 17 Meter breit und fünf Meter hoch. Sie schluckt ihre Bezwinger und spuckt sie wieder aus. Sie ist die einzige Superpipe in Deutschland; eine Halfpipe mit Wettkampfmaßen. Und sie steht am Nebelhorn. Von der Nebelhornbahn AG in Zusammenarbeit mit Red Bull finanziert und konzipiert. Die Initiative dazu geht auf die Facebook-Gruppe Pipe-Aid zurück, die bereits 3400 Unterstützer hat. Direkt unter der Bergstation Höfatsblick der Nebelhornbahn wurden die Träume der Netzgemeinde nun verwirklicht und von der deutschen Snowboardelite eingeweiht. Am 26. März sollen dort die Deutschen Snowboard-Meisterschaften in der Halfpipe stattfinden.

Die erste, die in die frisch präparierte Halfpipe durfte, war die Olympiasiegerin von 1998 in Nagano, die Münchnerin Nicola Thost: «Das ist der Hammer. Ich fühl mich wie mit 16, als ich am Ifen in der Pipe gefahren bin», sagt die 33-jährige Profi-Snowboarderin nach ihrem ersten Lauf. Mehr Zeit hat sie erstmal nicht. Sie will das Monster auf Mark und Bein testen.

Ein weiterer Olympionike saust mit seinem bunten Brett durch den Kanal und lässt sich an den Flanken über das Panorama schleudern. Der Oberstdorfer Snowboardcrosser David Speiser hat vor Jahren als Schüler mit Hand angelegt und eine, viel kleinere Halfpipe am Nebelhorn gebaut. Von dem Neustart ist der 30-Jährige überwältigt: «Im Mai 2005 gab es an der Zugspitze die letzte große Halfpipe in Deutschland. Dass es jetzt hier wieder eine gibt, ist wie ein Wunder.»

Heute legen bei solchen Kolossen nicht mehr nur Shaper selbst Hand an, sondern der Fuhrpark der Bergbahn. Spezielle Fräsen werden bei Pistenraupen eingehängt, die sich durch einen zuvor zusammengeschobenen Schneeberg fressen. So haben auch die Mitarbeiter der Nebelhornbahn die «Superpipe» geschaffen. Unter der Leitung von Nebelhornbahn-Vorstand Peter Schöttl, der seit vielen Jahren auf die junge Freestyle-Zielgruppe setzt, wurde das Projekt realisiert.

Kein Geld in Garmisch

Dabei wollten die Münchener Initiatoren, die hinter «Pipe Aid» stehen, auf der Zugspitze einen neuen Anlauf starten. Dirk Lösch und Alexander Schwan bissen dabei auf Granit, oder eher auf die Große Olympiaschanze.

Die Garmisch-Partenkirchener hätten laut Schwan bei Gesprächen durchblicken lassen, dass sie kein Geld für so etwas haben, weil sie noch an den Baukosten (15 Millionen Euro) der neu gebauten Skisprungschanze nagen. Außerdem seien die Kosten und der Aufwand für eine Halfpipe an der Zugspitze höher als am Nebelhorn, weil man keinen so schneesicheren Platz hätte. Glück für das Allgäu, meint auch der Schweizer Snowboardprofi Markus Keller (27/Bottighofen): «Es ist höchste Zeit für eine neue deutsche Pipefahrer-Generation. Gute junge Fahrer gibt es viele - jetzt haben sie auch in Deutschland einen Platz zum Trainieren.» Bisher mussten die deutschen Snowboarder bis ins schweizerische Laax, um in einer Wettkampf-Hallfpipe fahren zu können. Jetzt werden die Schweizer aus dem Bodenseeraum ins Allgäu kommen, meint Keller.

Nicola Thost, Mini Karpf und David Benedek. Große Namen einer Generation von Snowboardern, waren bei der Eröffnung am Nebelhorn dabei. Für Thost war es ein Klassentreffen an einem Ort, an dem sich die neue Szene trifft. Deswegen hat sie für ihr Talentprogramm «Sprungbrett» einen speziellen Halfpipe-Workshop noch vor der «Deutschen» organisiert.

Sprungbrett Mit Talentscout Nicola Thost am 20. März ab 9.30 Uhr:

www.facebook.com/sprungbrett

Ethan Morgan aus Mittenwald, einer der besten deutschen Snowboarder, testete die neue Anlage auf dem Nebelhorn, während David Speiser aus Oberstdorf seinen Kollegen bei dessen Künsten aufmerksam beobachtet. Foto: Nicole Knill

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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