Skispringen
Keine Eintagsfliege - Katharina Althaus aus Schöllang

Frauen beim Skispringen? Das war vor einiger Zeit undenkbar! Stürzende Skispringerinnen wollte niemand sehen, genauso wie boxende Frauen. Eine, die diesen Weg trotzdem ging und das auch sehr erfolgreich, ist die 15-jährige Katharina Althaus vom SC Oberstdorf. Seit 2010 gehört die Schöllangerin zum C-Kader der deutschen Skispringerinnen. Was das Schönste ist am Skispringen? 'Na, das Fliegen', sagt Katharina Althaus. 'Es ist ein Wahnsinnskick, wenn man schwerelos durch die Luft segelt.' Ihren größten Erfolg feierte sie heuer mit ihrem dritten Platz beim Continental Cup in Polen.

In der Gesamtwertung wurde sie mit einem sechsten Platz beste Deutsche. Obwohl sie erst 15 Jahre alt ist, springt sie bei den Frauen mit. 'Sie ist eine der besten Skispringerinnen, die wir im Moment haben', sagt Bundestrainer Andi Bauer. Er bescheinigt ihr ein 'überdurchschnittliches Skisprungtalent'.

Dass Katharina keine Eintagsfliege ist, zeigt ein Blick auf ihren Kinderzimmerschrank. Dort stapeln sich die Pokale und gläserne Löwen. Im hintersten Winkel ihres Zimmers stehen auf dem Boden verteilt halbe Meter große Pokalschüsseln.

Ob sie jemals Angst vor einem Sturz verspürte? Respekt ja, Angst nein, sagt die 1,55 Meter kleine Sportlerin. 'Stürze gehören dazu. Aber zerlegt hat’s mich noch nie.'

Etwas mulmig war ihr jedoch zumute, als sie vor eineinhalb Wochen von der neu renovierten Oberstdorfer 90-Meter-Schanze hinuntersprang. Sie und Johannes Rydzek, Vize-Weltmeister der Nordischen Kombination, waren eingeladen worden, zur Eröffnung als Erste zu springen.

85 Meter war ihre Weite. Zufrieden war sie damit nicht. Mehrmals hüpfte sie danach hinunter, bis sie fast 100 Meter erreichte.

Den Weg zum Männersport ebnet ihr der drei Jahre ältere Bruder Daniel, der es auch in den C-Kader der Skispringer geschafft hat. Vor neun Jahren schaute die damals sechsjährige Katharina ihm bei einem Wettkampf zu.

Nach einem Schnuppertraining flog das Mädchen zum ersten Mal von einer 20-Meter-Schanze. Die ganze Familie Althaus ist skisprungbegeistert. Nesthäkchen Felix (12) sprang in der vergangenen Woche erstmals von der 90-er Schanze: 95 Meter.

Katharina ist eine von sechs Skispringerinnen ihres Vereins. Man kann sich kaum vorstellen, dass das zierliche blonde Mädchen mit dem Zopf täglich ihre gelben Sprungskier, die sie um 70 Zentimeter überragen, zum Training schleppt. 'Das ist ein Klacks', lacht sie und entblößt ihre Zahnspange. Sie ist unter ihren Mannschaftskollegen die Kleinste und Zweitjüngste, fliegt aber oft am weitesten.

'Ich habe viel Kraft', sagt sie und klopft auf ihre muskulösen Oberschenkel.

Im Dezember nimmt sie beim Weltcup in Lillehammer (Norwegen) teil. Es ist der erste Weltcup bei den Damen. Sie gehört zu den sechs besten Springerinnen, die Bundestrainer Andi Bauer ausgewählt hat, um Punkte für Deutschland zu sammeln.

Seit drei Wochen trainiert sie schon auf der 'hervorragend renovierten Schanze' in Oberstdorf, sagt Bauer. Was sich Katharina für die Zukunft wünscht: 'Jeder Sportler träumt von der Olympiateilnahme.'

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