Eliteschulen
Erleichterung für Schüler am Skigymnasium in Oberstdorf

Junge Sportler haben häufig mit einer Doppelbelastung zu kämpfen: Morgens in die Schule, danach ins Training und abends wieder an den Schreibtisch, um versäumten Stoff nachzuholen. 'Es ist oft schwer, sich nach einer harten Trainingseinheit noch mal hinzusetzen und zu lernen', erinnert sich Georg Späth.

Der 30-jährige Skispringer, der 2005 WM-Silber mit dem Team gewann, weiß, wovon er spricht. Als junger Kaderathlet absolvierte er sein Abitur vor mehr als zehn Jahren am Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium. Seit die Schulzeit für Abiturienten auf acht Jahre verkürzt wurde (G8) tun sich die Sportler noch schwerer. Dies soll nun am le-Fort-Gymnasium, einer "Eliteschulen des Sports", anders werden.

Damit es junge Leistungssportler künftig leichter haben, ihren harten Trainingsalltag mit der Vorbereitung auf das Abitur zu vereinbaren soll es jetzt für sie eine Sonderregelung geben. Bayerns Kultus- und Sportstaatssekretär Bernd Sibler stellte in Oberstdorf neue Gestaltungsmöglichkeiten der Oberstufe am Gymnasium für Leistungssportler vor.

Diese Regelung gilt nur an "Eliteschulen des Sports" und "Partnerschulen des Leistungssports". An diesen Gymnasien haben Leistungssportler nun die Möglichkeit, die regulär zweijährige Qualifikationsphase (Oberstufe) zum Abitur in drei Jahren zu absolvieren. Wer sich für diese Option entscheidet, macht seinen Schulabschluss erst nach neun Jahren. "Durch diese Sondermaßnahme können konkurrierende Ansprüche von Schule und Leistungssport in der gymnasialen Oberstufe deutlich besser miteinander in Einklang gebracht werden", erklärte Staatssekretär Sibler. "Die Schüler könnten trainingsbedingt versäumten Unterricht leichter nachholen und haben zugleich mehr Zeit für ihr leistungssportliches Training."

Der Schulleiter des Oberstdorfer Gymnasiums, Ludwig Haslbeck, begrüßte die Entscheidung: "Die zunehmenden Trainingsumfänge bereiten vielen Sportlern in der Oberstufe Schwierigkeiten." Die Entscheidung, das Gymnasium auf acht Jahre zu verkürzen, habe diese Situation noch verschärft. Durch die Flexibilisierung sei es jetzt möglich, den Schülern "Trainingsfenster" zu schaffen. "Sie müssen aber immer noch das gleiche Abitur schreiben", betonte Haslbeck.

Laura Gimmler profitiert

Die Neuregelung hilft beispielsweise Wintersportlern, die während der Saison trainings- und wettkampfbedingt teils über 90 Schultage versäumen. 'Es ist einfach weniger Stoff zum Nachholen', sagt Laura Gimmler. 'So bleibt einem mehr Zeit, auch für Regeneration.' Die 18-Jährige besucht das Oberstdorfer Gymnasium und ist beste Langläuferin ihres Jahrgangs. Die Neuerung soll Talenten wie ihr helfen, es Georg Späth oder auch Kombinierer Johannes Rydzek gleichzutun und eines Tages nicht nur Medaillen in Händen zu halten – sondern auch ein Abiturzeugnis.

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