Snowboard
Der Oberstdorfer David Speiser wird für den Weltcup gesperrt

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Nun ist David Speiser ja auch schon eine Weile dabei – im Spitzensport. Der 31-jährige Snowboarder aus Oberstdorf gehört seit fast zehn Jahren zur Weltspitze, doch ab und an musste er sich nach einem Wettbewerb auch mal erklären. Warum das Ergebnis nicht passte. Warum er die eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnte – und warum überhaupt die anderen mal wieder besser waren. Damit hatte Speiser nie ein Problem. Doch am Wochenende widerfuhr dem Oberstdorfer etwas, das ihn schwer ins Grübeln brachte. Er wurde im amerikanischen Bundesstaat Colorado für die Weltcup-Wettbewerbe gesperrt, weil er im Skigebiet von Telluride in einen gesperrten Streckenabschnitt fuhr und 'unten' von der Pistenpolizei aufgegabelt wurde.

Wie soll er bloß damit umgehen? Sich erklären? Gar nix sagen? Am Montag war er wieder zurück aus Amerika, holte den Rat von Freuden und seiner Familie ein und tat das, was er in schwierigen Momenten immer tat – Klartext reden.

'Ich hab’ ne Riesendummheit begangen', lautet Speisers Fazit nach seinen Seitensprüngen jenseits der markierten Piste, 'und hab’ dafür zurecht eine Strafe bekommen'.

Telluride ein heißes Pflaster

Was war passiert? Hoch motiviert reiste Speiser vergangene Woche zum ersten Weltcup der Saison nach Telluride, wo Triumphe und Tränen für ihn so nah beieinander liegen. 2009 schaffte er dort die Olympia-Qualifikation, letztes Jahr durchtrennte er sich bei einem Sturz beide Sehnen seines rechten Daumens und war fast drei Monate außer Gefecht. 'Ich hatte versucht, dieses Negativerlebnis aus meinem Kopf zu kriegen.

' Ganz gelungen ist es ihm aber nicht: in der Qualifikation sprang lediglich Platz 22 heraus. Mit der Gewissheit, dass er im Finale gegen drei Konkurrenten erfahrungsgemäß besser fährt als gegen die Uhr, ging er locker in den wettbewerbsfreien Tag. Frei fahren lautete die Devise, 'um den Kopf frei zu kriegen'. Das Dumme nur: Speiser hatte ein Verbotsschild übersehen. Das Gelände, das er befuhr, war gesperrt. Dem Genuss folgte schnell die Ernüchterung: Die Pisten-Sheriffs des Ressorts, die gerade einen Streckenabschnitt präparierten, hielten ihn an, nahmen ihm die Liftkarte ab und meldeten den Vorfall dem Internationalen Skiverband.

'Ich muss diese harte Strafe akzeptieren', tröstete sich Speiser, als er abends davon erfuhr, dass mit dem Entzug der Akkreditierung auch das Startrecht für die Weltcups entzogen war. 'Natürlich ärgere ich mich über mich selbst am meisten.'

Kritik vom deutschen Verband

Inzwischen denkt auch der Snowboard Verband Deutschland (SVD) über etwaige Konsequenzen nach. 'David hat uns zwar gleich informiert', sagte gestern Geschäftsführer Stefan Knirsch auf Anfrage unserer Zeitung, 'doch einfach abhaken können wir die Sache nicht'. Als dienstältester Athlet habe Speiser nun mal eine Vorbild-Funktion. Man könne sein Verhalten in Telluride nicht gutheißen. Ob der Verband allerdings eine Strafe ausspricht, ließ Knirsch offen. 'Das wird sich die nächsten Tage zeigen.'

Speiser sucht unterdessen Ablenkung. Mitte Januar geht’s in Bad Gastein weiter. Bis dahin will er am Fell- und Nebelhorn 'noch härter trainieren als bisher'. Wohlgemerkt: diesseits der Absperrungen.

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