Ermittlungsverfahren
Oberstdorfer (25) täuscht Corona-Infektion wegen Streit mit Vermieter vor

Symbolbild.

Ein 25-jähriger Mann aus Oberstdorf hat eine Corona-Infektion vorgetäuscht, weil er damit eine Kündigung seiner Wohnung durch seinen Vermieter verhindern wollte. Nun erwartet den Mann ein Ermittlungsverfahren, da er zwei Polizeieinsätze unter entsprechenden Schutzvorkehrungen ausgelöst hat.

Laut Angaben der Polizei rief der 25-Jährige zunächst am Mittwoch, 1. April, über den Notruf die Beamten und teilte einen Streit zwischen ihm und seinem Vermieter mit. Weil die Hintergründe nicht ganz klar waren, bestellten die Beamten den Mann auf die Polizeiinspektion. Vor Ort gab er dann an, Covid-19-positiv zu sein. Nach dem Gespräch mit einem Polizeibeamten verließ der junge Mann wieder die Dienststelle.

Am Donnerstagmittag meldete er sich erneut bei der Polizei und teilte den Sachverhalt nochmals mit, so die Polizei in einer Mitteilung. Weil die Beamten über seine angebliche Infektion informiert waren, fuhren sie in entsprechender Schutzkleidung zur Wohnung des Mannes. Der 25-Jährige war allerdings dort.

Im Laufe des Nachmittags meldete sich der Oberstdorfer nun ein drittes Mal telefonisch bei der Polizei. Wieder fuhr eine Streifenbesatzung mit Schutzbekleidung zu der Wohnung, diesmal trafen die Beamten auf den 25-Jährigen. Dort stellte sich heraus, dass sein Vermieter, der gleichzeitig auch der Arbeitgeber des Oberstdorfers ist, die Wohnung aufgrund eines Fehlverhaltens des 25-Jährigen gekündigt hatte. Laut Polizeiangaben gab sich der Mann deshalb als Corona-Patient aus, der damit unter Quarantäne steht und seine Wohnung nicht verlassen darf. Eine Anfrage der Polizei beim Gesundheitsamt ergab jedoch, dass der 25-Jährige dort nicht als Infizierter oder als Kontaktperson registriert ist.

Den Mann erwartet nun ein Ermittlungsverfahren, weil er zwei Polizeieinsätze unter entsprechenden Schutzvorkehrungen ausgelöst hat. Außerdem werde geprüft, ob er die angefallenen Einsatzkosten zu tragen hat, erklärt die Polizei in der Mitteilung. 

In diesem Zusammenhang appelliert die Polizei an alle Bürgerinnen und Bürger, eine eventuelle Corona-Infektion gegenüber Behörden nicht vorzutäuschen. Die gebrauchte und damit nutzlose Schutzkleidung stelle ein unnötiges und vermeidbares Ärgernis dar, so die Polizei weiter. Die Schutzkleidung stehe nun nicht für andere Einsätze zur Verfügung, außerdem sei ein Ersatz derzeit knapp.

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