Tödliches Bergunglück
Drama am Geißfuß bei Oberstdorf: Zweiter Bergsteiger ebenfalls gestorben

Rettungsaktion am Geißfuß bei Oberstdorf: Einsatzkraft und ein Überlebender gerettet.
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  • Rettungsaktion am Geißfuß bei Oberstdorf: Einsatzkraft und ein Überlebender gerettet.
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Update am 24.02.2022, 11:40 Uhr
Tragisches Ende eines dramatischen Rettungseinsatzes: Wie die Polizei mitteilt, ist auch der zweite Bergsteiger verstorben. Der 62-Jährige war am Dienstag mit dem Hubschrauber noch lebend gerettet worden, ist aber am Mittwoch im Krankenhaus verstorben, "ebenfalls an den Folgen des langen Aufenthalts am Berg", heißt es im Polizeibericht.

Keine Anzeichen für Fremdeinwirkung

Laut der letzten Erkenntnisse der Polizei waren die beiden Männer von der Seealpe zum Edmund-Probst-Haus aufgestiegen und dabei offenbar deutlich vom Weg abgekommen. Die polizeilichen Ermittlungen gehen von einem Unglücksfall aus, es liegen derzeit keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung vor.

Update 17:00 Uhr:
Der Leichnam des toten Bergsteigers (58) ist geborgen. Am Mittwoch gegen 14:30 startete die Bergungsaktion. Die Rettungskräfte nutzten eine passende Wetterlücke. In den Abend hinein wäre die Bergung wieder unmöglich gewesen. Ein Alpinbeamter wurde mit dem Hubschrauber an der Unglücksstelle abgeseilt. Er machte den Leichnam transportfähig und hängte ihn an den Hubschrauber an, der den Leichnam ins Tal brachte. Gegen 16 Uhr war der Einsatz beendet.

Laut Polizei ist eine Obduktion des Leichnams eher unwahrscheinlich, wenn die Leichenschau keine Hinweise auf Fremdeinwirkung ergeben sollte.

Update: Mittwoch, 15:45 Uhr:

Nach Angaben der Polizei soll heute die Leiche des verstorbenen Bergsteigers geborgen werden. Inwiefern dies aufgrund der Bedingungen vor Ort möglich ist, ist noch nicht ganz klar. 

Update: Dienstag, 15:00 Uhr:

Bei dem Bergunglück bei Oberstdorf ist eine Person ums Leben gekommen. Der zweite Bergsteiger konnte mittlerweile per Hubschrauber ins Tal gebracht werden. Er befindet sich derzeit aber in kritischem Zustand, so die Polizei.

Ablauf der dramatischen Rettungsaktion

Nach Angaben der Polizei wollten die beiden Personen auf einer Route zwischen Seealpe und Edmund-Probst-Haus unterwegs sein, verstiegen sich allerdings und setzten gegen Mitternacht einen Notruf über die Integrierte Leitstelle ab. Die Bergrettung konnte die beiden Personen im Bereich des Geißfuß lokalisieren und versuchten, zu ihnen durchzudringen.

Neuschnee und starker Wind

Aufgrund großer Mengen Neuschnee (bis zu 40 cm) und starkem Wind gelang dieses Vorhaben jedoch nicht und die Rettungsaktion musste gegen 4 Uhr abgebrochen werden. Gegen 5:30 Uhr starteten dann die Rettungshubschrauber Christoph 17 und RK2 mit der weiteren Suche nach den Personen und konnten gegen 8:15 Uhr Sichtkontakt herstellen. Eine zunächst geplante Bergung mittels Tau gelang aufgrund des Wetters zunächst nicht. 

Eine Person im Berg erfroren

In einem kurzen Zeitfenster konnte dann jedoch ein Bergretter zu den beiden Personen abgeseilt werden. Er stellte fest, dass eine der Personen bereits verstorben war. Die zweite Person litt zu diesem Zeitpunkt unter einer schweren Unterkühlung. Die Bergung der Personen war zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht möglich.

Bergwachtmitglied und eine weitere Person gerettet

Drei weitere Bergretter (ein Notarzt, ein Beamter der Alpinpolizei und ein Bergretter) wurden einige Zeit später mit einem Hubschrauber unterhalb des Unglücksortes abgesetzt und sollten mit Tourenskiern zu den Personen aufsteigen. Während dieses Versuchs gelang einer Hubschrauberbesatzung dann die Rettung des stark unterkühlten Bergsteigers und des Bergretters.

Leichnam noch nicht geborgen

Der Leichnam der verstorbenen Person konnte - aufgrund des Wetters - bislang nicht geborgen werden. Dies soll im Laufe des morgigen Tages geschehen, so ein Sprecher der Polizei. Der unterkühlte Bergsteiger befindet sich momentan in einem Krankenhaus. Der Bergretter sei nach sechs Stunden im Freien unterkühlt aber wohlauf. 

Im Einsatz waren neben zwei Rettungshubschrauber unter anderem 10 Einsatzkräfte der Bergwacht Oberstdorf und fünf Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei.

Ursprungsmeldung:

Im Bereich Gaisalphorn, Schattenberg und Edmund-Probst-Haus bei Oberstdorf läuft derzeit eine großangelegte Rettungsaktion. Nach Angaben der Polizei haben sich zwei Bergwanderer in dem Bereich verstiegen.

Nacht bei Schneesturm im Freien verbracht

Die beiden Personen seien bereits am gestrigen Montag zu einer Tour in diesem Bereich aufgestiegen und mussten dann einen Notruf absetzen. Aufgrund des schlechten Wetters sei zunächst keine Rettung möglich gewesen und die beiden Bergsteiger mussten die Nacht bei Schneesturm vor Ort verbringen, so die Polizei weiter. 

Rettungsaktion am Geißfuß bei Oberstdorf: Einsatzkraft und ein Überlebender gerettet.
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Bergretter vor Ort

Im Laufe des Vormittages konnten dann Rettungshubschrauber zumindest einen Bergretter zu den beiden Bergsteigern bringen. Aufgrund der Wetterlage ist derzeit aber kein Flugverkehr in diesem Bereich mehr möglich. Derzeit versuchen weitere Retter zu den Bergsteigern vorzudringen.

Weitere Informationen folgen...

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