Orkan
Zwei Unfälle verursacht: Starker Föhnsturm über den Alpen soll heute abflauen

Der Föhn lässt die Temperaturen nach oben schnellen. In den Bergen tobt ein Sturm. Doch was uns in den kommenden Tagen erwartet, klingt nicht so gut.

An der Mindelheimer Hütte in den Oberstdorfer Bergen lag die Windgeschwindigkeit gestern Vormittag bei 107 Stundenkilometer, am Gipfel der Zugspitze erreichten die Orkanböen 174 Stundenkilometer. Bereits in der Nacht zum gestrigen Dienstag war es in einigen Alpentälern ungewöhnlich mild.

Im Vorarlberger Sonntag wurde bei nächtlichen Aufräumarbeiten nach dem Föhnsturm ein 44 Jahre alter Feuerwehrmann von einem umstürzenden Baum erschlagen. Er starb noch an der Unfallstelle. In Wald am Arlberg traf ein durch den Sturm in die Luft geschleudertes Wellblech einen 67-jährigen Mann im Gesicht und verletzte ihn schwer.

Schon die Römer beschäftigten sich mit den Ursachen des Föhns, der immer wieder als Grund für Kopfschmerzen, Unwohlsein und Abgeschlagenheit herhalten muss. Meteorologen erklären die Entstehung des warmen Fallwinds so: Auf der Alpensüdseite steigt im Stau der Berge warme und sehr feuchte Luft auf, es kommt zu teils kräftigem Regen – wie beispielsweise vergangenes Wochenende im Tessin.

Nach dem Überqueren des Alpenhauptkamms in Richtung Norden erwärmt sich die trockene Luft beim Absinken schneller als sie zuvor abkühlte. Dadurch sind die aus Süden ins Alpenvorland oft mit Stürmen einbrechenden Luftmassen viel wärmer als sie vor dem Abregnen und Überqueren des Gebirges waren.

Föhn kommt häufig im Frühjahr und Herbst vor

Föhn-Wetterlagen dauern im Allgäu meist ein bis drei Tage an und sind im Frühjahr und Herbst am häufigsten. Ein internationales Meteorologen-Team hatte in Österreich das scheinbar völlig unberechenbare Fließverhalten des Föhns über die Alpen untersucht. Dabei waren die Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, dass der warme Fallwind in seiner Bewegung über den Alpenhauptkamm stark dem Fließverhalten von Wasser über ein Wehr gleicht.

Lindau und der östliche Bodenseeraum profitieren in Sachen Föhn besonders stark von der nahen Lage zum Schweizer Rheintal. Denn dieses gilt mit einer Gesamtlänge von rund 150 Kilometern als längste Föhngasse der Alpen – vom Splügenpass bis zur Mündung des Rheins in den Bodensee. So war es gestern am frühen Morgen im Bodenseegebiet bereits 19 Grad warm. In Oberstdorf kletterte das Thermometer gestern Nachmittag auf 19 Grad, in München saßen die Menschen bei 23 Grad im Biergarten.

Das milde Wetter bringt starke Regenfälle mit sich

Die Kehrseite des milden Wetters an der Alpennordseite sind sintflutartige Regenfälle, die der Alpensüdseite – vor allem Oberitalien und Südfrankreich – extreme Niederschlagsmengen bringen. Mit Überschwemmungen sei zu rechnen, hieß es bei Wetteronline.

Laut Diplom-Meteorologe Joachim Schug bricht der Föhn heute zusammen. 'Es folgt trübes Regenwetter mit deutlicher Abkühlung und Schneeflocken im Laufe des Tages bis auf 1000 Meter.' Aber bereits ab Freitag werde es schöner und am Wochenende mit erneutem leichten Föhn bis 15 Grad warm.

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