Abriss
Waltenbergerhaus in den Oberstdorfer Bergen soll neu gebaut werden

11Bilder

Hoch über dem Bacherloch, zu Füßen der Berge der Guten Hoffnung steht die älteste Hütte des Alpenvereins in den Allgäuer Alpen seit 140 Jahren. Doch jetzt sind die Tage des Waltenbergerhauses in 2085 Metern Höhe gezählt. Es soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. <%DIA id='33527' text='Waltenberger Haus'%>

Erhebliche Mängel gibt es beim Brandschutz, die Bausubstanz ist schlecht und es gibt nur zwei Gästetoiletten - für bis zu 70 Übernachtungsgäste. Gerade einmal 15 Quadratmeter Wohnraum stehen der Hüttenwirtsfamilie zur Verfügung. Die Bausubstanz ist schlecht, manche Wände feucht. Eine grundlegende Sanierung aber würde voraussichtlich teurer als ein Neubau, argumentiert die Vorstandschaft der Alpenvereinssektion Immenstadt, der die Hütte gehört.

<%IMG id='1387442' title='Waltenbergerhaus in den Oberstdorfer Alpen'%>

Das ist die eine Seite. Die andere bekommen in erster Linie die Tagesgäste zu sehen. Die sitzen dann bei Sonne auf der Terrasse und genießen den unbeschreiblich schönen Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge. Ja, das Waltenbergerhaus steht an einem besonderen Ort.

Und die Kritiker können nicht verstehen, warum diese Hütte dem Abrissbagger zum Opfer fallen soll. Unter ihnen ist Franz Hieble, Bergfotograf aus Oberstdorf. Erfolglos hatte er sich für eine Sanierung des bestehenden Gebäudes eingesetzt. Er wollte die Hütte sogar unter Denkmalschutz stellen und sagte: 'Achtet die Leistung eurer Vorgänger und werft dieses einmalige Haus nicht einfach weg.' Doch in einer Sektionsversammlung wurde abgestimmt und nun steht fest: Ab Montag, 7. September, wird abgerissen.

Viele Wanderer und Bergsteiger kommen in diesen Tagen hinauf, um die Hütte zu sehen und zu fotografieren. 'Die wollen das Waltenbergerhaus noch einmal erleben und hier schlafen', berichtet Hüttenwirt Markus Karlinger, 52. Noch nie sei das Haus so oft fotografiert worden wie in den vergangenen Tagen, sagt er. Persönlich begrüßt er den Neubau. Zu eng sei es für die Gäste, aber auch das Personal und die Pächterfamilie. Ihm, seiner Frau und den beiden acht und zehn Jahre alten Buben steht ein etwa 15 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung. Absolut nicht mehr zeitgemäß seien eben auch die Sanitäranlagen. Zudem hat sich das Haus um zehn Zentimeter nach einer Seite geneigt.

Die Abrissarbeiten sollen noch heuer im Herbst beendet werden. Mit den Vorbereitungen wird schon bald begonnen. Unter anderem soll ein großer Lastenhubschrauber einen Bagger in Teilen auf den Bauplatz fliegen. Nächstes Jahr wird der Neubau erstellt. 'Wir hoffen, im Herbst das Dach drauf zu haben', sagt Sektionsgeschäftsführer Matthias Hill. Wegen der Höhenlage könne ja nur maximal vier Monate im Jahr gebaut werden. Hüttenwirt Karlinger wird nächstes Jahr auch oben sein. Er übernimmt organisatorische Aufgaben und bekocht die Bauarbeiter, die in Containern untergebracht werden. Ob die Baukosten im geplanten Rahmen von 3,2 Millionen Euro bleiben? Das hoffen die Verantwortlichen. Schließlich steht die Hütte an den 'Bergen der guten Hoffnung'.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen