Riesiger Ansturm
Unglaublich: Über 2.000 Allgäuer bringen Spenden für Ukraine nach Oberstdorf!

Alexa Schwendinger hat eine Spendenaktion gestartet, die innerhalb kürzester Zeit ein unbeschreibliches Ausmaß angenommen hat.
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  • Alexa Schwendinger hat eine Spendenaktion gestartet, die innerhalb kürzester Zeit ein unbeschreibliches Ausmaß angenommen hat.
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Man kann es kaum in Worte fassen, was in der Ukraine aktuell passiert. Familie werden auseinander gerissen, weil ihre Männer, Väter, Brüder oder Verwandten gegen die einmarschierenden russischen Truppen kämpfen. Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land nicht mehr verlassen. Um die Bevölkerung vor Ort zu unterstützen, hat Alexa Schwendinger jetzt eine Spendenaktion gestartet, die innerhalb kürzester Zeit ein unbeschreibliches Ausmaß angenommen hatte.

Unterstützung für Ukraine

Bereits seit 2014 beschäftigt die Unternehmerin den Flüchtling Artem Davydov als Hausmeister in ihrem Unternehmen. Der Ukrainer kam damals als Flüchtling nach Deutschland nachdem Russland erste Teile der Ukraine angegriffen hatten. Vergangene Woche konnte der 35-jährige Ukrainer seine Familie wieder in die Arme schließen. "Das Dorf von Artems Familie wurde mit als erstes angegriffen. Wir haben dann glücklicherweise einen Bus organisieren können und seine Familie hier zu uns holen können", so Schwendinger. Für Alexa Schwendinger war aber klar, dass auch die Zurückgebliebenen weiter Unterstützung brauchen. So rief die 56-jährige Oberstdorferin zusammen mit ihrem Angestellten Artem Davydov die Aktion ins Leben.

Spendenaufruf auf Facebook

Angefangen hat alles mit einem Spendenaufruf auf der Webseite ihres Unternehmens. Auch auf Facebook wurde der Post mehrere hundert Mal verbreitet. Auch Anrufe und viel Zusprach bekam Schwendinger schon von verschiedenen Hilfsorganisationen. Doch auch der Ukrainer Artem Davydov steht noch immer unter Schock. "Es ist eine Katastrophe. Permanent wird bombardiert und die Sirenen heulen, man findet keine Wörter dafür", so der 35-Jährige. Doch seine Familie ist jetzt in Sicherheit. Rund drei Tage war die Familie unterwegs. Ständig in der Angst sterben zu müssen. Doch die junge Familie lebt immer noch in Angst. "Die Familie meiner Frau ist noch immer in der Ukraine. Sie befinden sich im Bunker, wir haben fast keinen Kontakt mehr weil alles bombardiert wird. Ich finde keine Worte dafür, weil keiner weiß, was wir machen sollen. Es kann jede Sekunde sein, dass sie bombardiert werden und sterben", so der Artem Davydov.

Alexa Schwendinger hat eine Spendenaktion gestartet, die innerhalb kürzester Zeit ein unbeschreibliches Ausmaß angenommen hat.
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Riesen Ansturm bei Hilfsaktion 

"Wir haben offiziell erst um 18:30 Uhr starten wollen, doch schon ab 17:30 Uhr kamen am Dienstagabend die ersten Allgäuer und wollten helfen", so Schwendinger. Über 2.000 Allgäuerinnen und Allgäuer kamen. Teilweise mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder sogar mit vollbeladenen VW-Bussen brachten sie Hilfsgüter für die Ukrainer. Tausenden Jacken, Schuhe, Schaufeln, Rucksäcke, Kerzen, Gaskocher und viele weitere Sachen kamen zusammen. Auch Medikamente und Desinfektionsmittel wurden durch Apotheken und Privatleute gespendet. "Die Medikamente werden durch eine Apothekerin geprüft. Natürlich dürfen wir nur verschreibungsfreie Medikamente mitnehmen", so die Organisatorin der Sammelaktion. Der Zulauf an Leuten, die sich für die Ukrainer, riss am Dienstagabend nicht ab. Staus bildeten sich, die Schlange vor der Abgabestelle war teilweise 150 Meter lang. Mit Lkws werden die gespendeten Sachen am Wochenende von Oberstdorf aus an die polnische Grenze gefahren. Dort werden sie dann durch eine Organisation aus Armenien, mit der Artem Davydov in Kontakt steht, übernommen und dementsprechend verteilt. 

Weitere Sammelaktionen

Am kommenden Donnerstag findet eine weitere Sammelaktion in Oberstdorf statt. Zwischen 8:00 und 11:00 Uhr können dort in der Bahnhofsstraße 11 wieder Hilfsgüter abgegeben werden. Ebenso findet am Mittwoch, dem 02.03.2022 einen Spendenaktion in Kempten statt. Dort können zwischen 14:00 - 16:00 Uhr Spenden am Netto in Durach und von 17:00 - 19:00 Uhr Spenden an der Allgäuhalle abgegeben werden.

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