Ärger um Nebelhorn Berglauf
TSV Oberstdorf distanziert sich von Absage-Mail mit Verschwörungstheorien

Der Nebelhorn-Berglauf: In diesem Jahr leider nicht möglich. (Archivbild)
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  • Foto: Benjamin Liss
  • hochgeladen von Holger Mock

Eine Mail macht momentan die Runde: Im Namen des TSV Oberstdorf äußert sich ein "Julius" dazu, dass der Nebelhorn-Berglauf im Juli wegen der Coronakrise in diesem Jahr abgesagt werden musste. "Liebe Lauffreunde", heißt es da: "wegen der Unfähigkeit unserer Regierung müssen wir den Nebelhorn Berglauf absagen." Darunter sind Links zu YouTube-Kanälen bekannter Verschwörungstheoretiker und Coronakritiker aufgelistet, unter anderem KenFM, Rubikon News und "Tichys Einblick". Die Mail stammt von der offiziellen Nebelhorn-Berglauf-Emailadresse. Dafür muss der TSV Oberstdorf jetzt viel Kritik einstecken. Zu unrecht.

Mail ist ohne Rücksprache und ohne Einverständnis verfasst

Ralf Roth, 1. Vorstand des TSV Oberstdorf, distanziert sich persönlich und seinen Verein von dieser Mail und ihrem Inhalt: "Ich bin über diese E-Mail genauso geschockt. In keinster Weise stehe ich, der Vorstand oder der Verein hinter dieser Aussage." Vereinsmitglied Julius Jäger habe diese Mail verfasst, ohne Rücksprache mit dem Verein und erst Recht ohne Einverständnis. "Julius hat die Seite für den Verein vor Jahren erstellt und sie seitdem für uns gepflegt, hat das auch toll gemacht die ganzen Jahre", so Roth gegenüber all-in.de. "Jetzt so ein Aussetzer, das ist für mich nicht nachvollziehbar. Irgendwie muss das bei ihm entgleist sein." Als Vereinsmitglied habe Jäger die Seite ehrenamtlich als Webmaster betreut und daher auch die Mail vom offiziellen Mailaccount aus verschicken können. Das werde sich demnächst ändern.

"Deutschland hat alles richtig gemacht."

In einer schriftlichen Stellungnahme beschreibt Ralf Roth schließlich noch seine persönliche Einstellung zur Corona-Thematik: "Ich persönlich habe sogar eine gegenteilige Meinung, denn wenn man die Zahlen in der Welt vergleicht, haben wir in Deutschland alles richtig gemacht. Ich finde, dass die Politik sehr gut und gemeinsam gehandelt hat. Solch weitreichende Entscheidungen zu treffen, ohne dass es dafür Erfahrungswerte gibt, ist nicht einfach."

Der Vorstand berate sich gerade über die Konsequenzen und das weitere Vorgehen. "Auf jeden Fall sehen wir keine Zukunft von Herrn Jäger im Verein oder der Verbindung mit dem Nebelhorn-Berglauf", so Roth.

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