Kriminalität
Taschendiebstahl: Tipps gegen Langfinger

Der offene Reißverschluss der Schultertasche, das Portemonnaie in der Jackentasche oder das Handy, das offen auf dem Tisch im Straßencafé liegt: Taschendiebe lauern im Gedränge und nutzen blitzschnell Situationen aus, in denen ihre Opfer für einen Moment abgelenkt sind. Jetzt hat die Bundespolizei an den Bahnhöfen Kempten, Oberstdorf und Lindau Präventionsaktionen zu diesem Thema durchgeführt.

Man wolle mit dieser Aktion keine Hysterie auslösen, sagten Polizeihauptmeister Norbert Keuchel und sein Kollege Polizeiobermeister Frank Weberstetter von der Bundespolizei-Inspektion Rosenheim beim Infostand in Oberstdorf.

Ziel sei vielmehr, Bürgern zu demonstrieren, wie raffiniert Taschendiebe arbeiten. Dazu wurde ein Film mit klassischen Diebstahlsituationen gezeigt.

Es gebe einfache, aber sehr effektive Vorsorgemaßnahmen, mit denen man sich vor Taschendieben schützen kann, so die beiden Polizeibeamten.

Geld und Zahlungskarten sollten am Körper verteilt und am besten in Brustbeuteln oder Gürteltaschen mitgeführt werden, Umhängetaschen sollten geschlossen und mit der Verschlussseite am Körper getragen werden. Bei Menschenansammlungen und in übersichtlichen Situationen müsse man verstärkt auf seine Sachen achten.

Taschendiebe arbeiten oft in Gruppen: Der erste lenkt das Opfer ab, der zweite klaut das Portemonnaie und gibt es an den Dritten weiter, der in der Menge untertaucht.

Im vergangenen Jahr ist durch Taschendiebstähle Schaden in Höhe von 29,5 Millionen Euro entstanden. Dabei ist die Aufklärungsquote niedrig und die Dunkelziffer hoch. Rund 121 000 Fälle wurden registriert, lediglich 4,5 Prozent konnten aufgeklärt werden.

'Bis die Leute merken, dass sie bestohlen wurden, ist der Täter längst über alle Berge', so Keuchel und Weberstetter. Wobei man sich von der Vorstellung verabschieden müsse, dass Taschendiebe durch ihr abgerissenes Äußeres zu erkennen sind.

'Das sind gut gekleidete und unauffällige Passanten, die sich unter die Leute mischen, die ihre Opfer genau beobachten und dann in einem geeigneten Moment zuschlagen.'

Hoher Schaden durch Diebe

Beim Infostand präsentierte die Bundespolizei eine interessante Zahl: Wird die komplette Brieftasche geklaut, werden bis zu rund 400 Euro fällig, bis Pässe und Ausweise, Führerschein, Bank- und Kreditkarten wiederbeschafft sind.

Eingerechnet in diesen Betrag sind Gebühren bei Banken und Behörden, Kosten für neue Passbilder und Arbeitsausfälle durch Fahrten zu den Ämtern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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