Skigebietsverbund
Seehofer will Liftprojekt am Riedberger Horn nochmal prüfen

Die Entscheidung im Streit um das Bergbahnprojekt am Riedberger Horn (Oberallgäu) ist noch einmal vertagt worden. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), so hieß es am Dienstag in München nach der Sitzung des Kabinetts, wolle sich den gesamten Vorgang noch einmal vorlegen lassen. Stand des Verfahrens sei, so sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU), 'dass wir eine Lösung suchen, die den rechtlichen Vorgaben entspricht'.

Umweltministerin lehnt das Projekt strikt ab

Das Projekt, das die Skigebiete Grasgehren und Balderschwang verbinden soll, ist nicht nur im Allgäu, sondern auch innerhalb der Staatsregierung heftig umstritten. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist dafür, Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) lehnt es strikt ab. Aigner unterstützt die Gemeinden an der Grenze zu Österreich, die sich Impulse für den Tourismus erhoffen.

Scharf steht auf der Seite von Umweltschützern und Alpenverein, die einen Eingriff in die Schutzzone C des Alpenplans als Präzedenzfall mit Folgen für die Natur im gesamten Alpenraum geißeln. Ein Versuch von Heimatminister Markus Söder (CSU), eine Kompromisslösung außerhalb der besonders geschützten Zone C zu finden, ist jüngst gescheitert. Damit schien das Projekt schon fast erledigt. Es wäre, so hieß es in der Staatsregierung, innerhalb der Zone C mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtlich nicht durchsetzbar.

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Seehofer will zu einem Termin am Riedberger Horn kommen

Kurz vor dem endgültigen Aus aber hat Seehofer die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Die Staatskanzlei hat den Auftrag, eine Stellungnahme vorzulegen. Auf ein paar Wochen mehr komme es, nachdem seit 40 Jahren über eine Bergbahn am Riedberger Horn diskutiert werde, auch nicht mehr an.

Einerseits, so hieß es, gebe es zwar Zweifel an den wirtschaftlichen Impulsen durch die Bergbahn. Andererseits wolle man verhindern, dass Gemeinden, die kaum wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten haben, 'in Schönheit sterben' müssen. Seehofer bekräftigte gestern Abend in München, dass er zu einem Ortstermin am Horn kommen werde. Der Zeitpunkt ist noch offen.

Der Deutsche Alpenverein findet das Projekt nicht genehmigungsfähig

Die neue Entwicklung bedeute für die beteiligten Gemeinden einen neuen Hoffnungsschimmer, bekannte Obermaiselsteins Bürgermeister Peter Stehle. 'Wir haben Fakten auf den Tisch gelegt, die zeigen, dass durch die neue Bahn kein Präzedenzfall zu befürchten ist.' Stehle verwies gestern erneut auf die große Bedeutung des Tourismus für Obermaiselstein: 'Über 90 Prozent unserer Wirtschaft hängen direkt oder indirekt davon ab.' In Balderschwang gebe es gar nur fünf Arbeitsplätze außerhalb der Bereiche Tourismus und Landwirtschaft.

Durch nochmaliges Prüfen werde 'die Sache nicht besser', sagte Hans-Peter Mair vom Deutschen Alpenverein (DAV), einer der Projektkritiker. Aus Sicht des DAV sei das Vorhaben nicht genehmigungsfähig. Der Bund Natutschutz (BN) wolle den Kommunen die Hand reichen und konstruktiv begleiten auf dem Weg zu naturverträglichem Tourismus, sagte Regionalreferent Thomas Frey. Der BN lehnt das Projekt ab.

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