Special Wintersport im AllgäuSPECIAL

Skisport
Schanzenneubau soll im April beginnen

Eigentlich hätten die Neubaupläne der Skisprungschanze (HS 106) nur im Gemeinderat vorgestellt werden sollen, doch in Anbetracht des Modells der Sportanlage, das Architekt Hans-Martin Renn auf dem Tisch vor den Räten aufgebaut hatte, entbrannte - wie in vergangenen Sitzungen - erneut eine Diskussion über die längst beschlossene Maßnahme. Dabei ging es weniger um die vorgestellten Pläne als um die grundsätzliche Notwendigkeit des Neubaus.

«Hier werden Sportler und die FIS vorgeschickt, um das Projekt zu realisieren», sagte Siegmund Rohrmoser (Grüne). Er verwies darauf, dass nur wenige internationale Schanzen den FIS-Kriterien entsprechen würden. «Das sind fünf Millionen, die hier zum Fenster rausgeschmissen werden.» Man sei anfangs falsch informiert worden, kritisierte Alexander Rößle (SPD). «Man sollte uns von Anfang an reinen Wein einschenken.» Auch sein Parteikollege Hermann Gessler stellte sich gegen die Pläne: «Für mich ist das schlichtweg Oberstdorf 21», spielte er auf den Streit rund um den Stuttgarter Bahnhof an.

80 Prozent Förderung

«Ich finde nichts verwerfliches daran, Gelder in die Region zu holen» widersprach Fritz Sehrwind (CSU). Aufgrund der 80-prozentigen Förderung bekäme man jetzt eine Schanze für eine halbe Million. Diese Gelegenheit gelte es zu nutzen. «Wenn München den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekommt, wird so schnell kein Geld mehr nach Obersdorf fließen», sagte Sehrwind. «Wir haben das an diesem Tisch mit großer Mehrheit beschlossen», forderte Günther Meßenzehl (UOL) ein Ende der Diskussion.

Projekt kosten fünf Millionen

Das Projekt kostet knapp fünf Millionen Euro. 3,84 Millionen Euro sind es für die Schanze, 282000 Euro für den Sprungrichterturm. Dazu kommen 825000 Euro Nebenkosten. Nach Abzug der Zuschüsse von Bund und Land sind unterm Strich 1,2 Millionen Euro nicht gedeckt.

Die Hälfte davon will Oberstdorf tragen, die andere der Landkreis.

«Das Zertifikat wäre ausgelaufen», sagt Stefan Huber, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Skisport- und Veranstaltungs GmbH (SVG). «Die Maßnahme war dringend notwendig». Die Schanze sei die wichtigste Anlage für den Trainingsbetrieb. In der Erdinger Arena gebe es jährlich rund 25000 Sprünge, davon rund 8800 auf der betroffenen Schanze. Die alte Anlage habe mit 31 Jahren ein stolzes Alter erreicht. Das sei eine Besonderheit in einem Sport wie dem Skispringen, der sich laufend weiterentwickle.

Trainer reden bei Plänen mit

Die neue Anlage sei in enger Zusammenarbeit mit den Skisprung-Trainern entwickelt worden», sagt Architekt Hans-Martin Renn. Jedes Detail (siehe Infokasten) sei mit den sportlichen Verantwortlichen genau abgestimmt. Darüber hinaus habe man versucht, die architektonische Sprache des Sprungstadions weiterzuführen. Der Bau soll voraussichtlich im April 2011 begonnen, und bis Jahresende abgeschlossen werden.

Gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschloss der Gemeinderat, für bis zu 1,9 Millionen Euro zu bürgen. Damit sollen später eingehende Zuschüsse zwischenfinanziert werden. Die Nordische Skisport GmbH & Co.KG (KG) erhält so günstigere Zinsen. Der Landkreis hat bereis eine Bürgschaft in gleicher Höhe beschlossen.

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