TV-Übertragung
Pfarrer Richard Kocher zelebriert am Sonntag seinen Gottesdienst im ZDF

Konzentriert blickt er nach unten. Dann hebt er seinen Kopf und spricht zur Kamera: «Grüß Gott! Mein Name ist Richard Kocher. Ich bin Pfarrer von Balderschwang ().» Kameratraining. Bevor es ernst wird, übt Kocher unter Anleitung seinen Auftritt.

Schließlich werden am morgigen Sonntag bis zu einer Million Zuschauer seinen Gottesdienst verfolgen. Live. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) wird am Sonntag von 9.30 bis 10.15 Uhr den Gottesdienst aus der Pfarrkirche St. Anton in Balderschwang übertragen.

Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz - sie haben Einfluss darauf, von wo aus die Gottesdienste im ZDF gezeigt werden - waren im vergangenen Jahr zu Besuch im Medienzentrum von Radio Horeb. Spontan sei man dann laut Kocher auf die Idee gekommen, von St. Anton aus zu senden. Daraus wurde ernst. Seit gestern werden Pfarrkirche und Pfarrer Kocher auf Fernsehen getrimmt. 26 Seiten Drehbuch gilt es umzusetzen.

Trubel in der Kirche

Trubel. In der Kirche gehen die Scheinwerfer an. Ein Arbeiter feilt noch am richtigen Licht. Links vom Altar werden Sitzbänke entfernt. Es wird gebohrt, Menschen laufen umher, geben Anweisungen, gucken und andere bringen Technik vom Lkw ins Gotteshaus. Um die Kirche richtig sendetauglich zu machen, soll dann noch die Uhr im Turm abgestellt und die Zeiger schon mal auf 9.30 Uhr fixiert werden.

<< Mit Klischees kann man arbeiten >>

Alphörner werden das erste sein, was der Zuschauer bei der Übertragung aus Balderschwang zu sehen bekommt. << Das ist zwar ein Klischee, aber mit Klischees kann man gut arbeiten. >> Stephan Born, Chefredakteur Kölner Lokalsender, trainiert Pfarrer Kocher und geht mit ihm das Drehbuch durch. Vor allem die Begrüßung soll sitzen.

<< Wenn Sie sich unnatürlich fühlen, kommen Sie natürlich rüber >>, erklärt Born - ausgehend davon, dass über das Fernsehen etwas an der natürlichen Ausstrahlungskraft verloren gehen würde. Kocher, er übertrug per Radio bereits einige Gottesdienste, bleibt konzentriert. Mit der Zeit spricht er freier, feilt an sich.

Dann wird noch etwas an der Einleitung geändert. Text, Bilder und Bewegungsabläufe müssen Sekundengenau aufeinander abgestimmt werden. Kocher indes bleibt ruhig. << Bis jetzt bin ich noch gar nicht aufgeregt, das überrascht mich selbst. >>

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