Tourismus
OTG kritisiert Blockade

Die Geschäftsführung der Oberstdorf Tourismus GmbH (OTG) hat Bürgermeister Laurent Mies in einer Stellungnahme scharf kritisiert. Mies hatte die Bestellung von Otto-Mäx Fischer durch den OTG-Aufsichtsrat als «handstreichartige Ergreifung des Geschäftsführeramtes» bezeichnet. «Diese Aussage ist schwerwiegend und für die OTG nicht nachvollziehbar», kritisiert der amtierende Geschäftsführer Hans-Walter Burger in einem Schreiben.

Der Aufsichtsrat sei satzungsgemäß für Bestellung und Abberufung der OTG-Geschäftsführer zuständig. Dennoch habe der Bürgermeister das Gremium nicht rechtzeitig über die Absicht Silvia Noltes, ihre Tätigkeit als Tourismuschefin zu beenden, informiert. Obwohl er das bereits am 8. Dezember gewusst habe, habe Mies auch auf Nachfrage in der Aufsichtsratssitzung am 15. Dezember hierzu keine Angaben gemacht, so die OTG-Geschäftsführung. Mies begründet das damit, dass Noltes Anwalt ihm ein Angebot zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses als Werkleiterin der Kurbetriebe gemacht habe. Noltes Tätigkeit als OTG-Geschäftsführerin sei nicht Thema gewesen. «Das ist nicht Angelegenheit der OTG», sagt Mies. Über Arbeitsverhältnisse, die den Markt betreffen, dürfe er den Aufsichtsräten einer Privatgesellschaft keine Auskünfte geben.

Das zuständige Gremium sei der Marktgemeinderat. Die Räte seien am 16. Dezember, die Fraktionsführer am 13. Dezember informiert worden.

Weil es derzeit keine Rechtfertigung dafür gebe, Ressourcen wie Personal, Wissen, Geldmittel und Daten von den Kurbetrieben auf die OTG zu übertragen, hatte der Bürgermeister die Umstrukturierung von Oberstdorf Tourismus vorerst auf Eis gelegt. «Die Absage des Anteilsverkaufs und die bisher rechtlich nicht wirksamen Beschlüsse des Gemeinderates haben den Umstrukturierungsprozess nicht gestoppt, sondern lediglich behindert», erklärt dazu die OTG. «So wird die zügige Installierung des gewünschten neuen Aufsichtsrates und die damit nachhaltige Lösung der Geschäftsführerfrage unmöglich gemacht.

» Der Ratsbeschluss, Heidi Thaumiller die Geschäfte zu übertragen, sei für die OTG nicht nachvollziehbar, weil sie weder Aufsichtsrat noch Geschäftsführung vorgestellt worden sei. Die angestrebten Wirtschaftsergebnisse von OTG und Kurbetrieben seien bei anhaltender Blockade gefährdet.

«Ich bedauere die Verunsicherung der Oberstdorfer Bürger», sagt Otto-Mäx Fischer, der Anfang Februar sein Amt als OTG-Geschäftsführer antreten will. Die Privatisierung des Tourismus-Managements sei dennoch der richtige Weg. «Der Tourismus ist keine hoheitliche Aufgabe der Kommune», sagte er. «Es ist nur legitim, dass diejenigen, die die Abgaben zahlen, auch über die Verwendung der Mittel direkt mitentscheiden können.»

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ