Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

150 Millionen Euro Umsatzverlust
Offener Brief: Was der Oberstdorfer Bürgermeister jetzt von Markus Söder fordert

In einem offenen Brief haben sich die Bürgermeister von bayerischen Tourismusregionen an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. Darunter auch der Oberstdorfer Bürgermeister Klaus King. (Archivbild)
  • In einem offenen Brief haben sich die Bürgermeister von bayerischen Tourismusregionen an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. Darunter auch der Oberstdorfer Bürgermeister Klaus King. (Archivbild)
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Der Lockdown trifft die Tourismusregionen in Bayern besonders hart. Allein in Oberstdorf werden die touristischen Umsatzverluste bis Mitte März 2021 voraussichtlich rund 150 Millionen Euro betragen. Die Umsatzeinbußen durch fehlende Zuschauer bei der Nordischen Ski-WM sind dabei nicht einmal miteingeschlossen. Das geht aus einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (Link auf pdf) hervor, den Bürgermeister aus bayerischen Tourismusregionen geschrieben haben. Darunter auch der Oberstdorfer Bürgermeister Klaus King.

Buchungslage für den Sommer schlecht

In dem Brief fordern die Bürgermeister von der Landesregierung eine Öffnungsperspektive für Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. Sie kritisieren, dass die Betriebe bei den Planungen unter den Tisch zu fallen scheinen. Die Bürgermeister sehen darin mit einen Grund dafür, dass die Buchungslage für die kommende Sommersaison noch schlecht sei. "Die mangelnde Planungsperspektive stößt die Gäste ab - eine Buchung erscheint unsicher und wird vermieden", so die Amtsträger. 

Angst vor Abwanderung von Fachpersonal

Eine Öffnung ausschließlich von Beherbergungsbetrieben sehen die Bürgermeister kritisch. Sie denken, dass durch das Schließen von Ausflugszielen und der Gastronomie die Urlaubsregionen "stark an Attraktivität" verlieren. Außerdem befürchten sie eine Abwanderung von qualifiziertem Fachpersonal, wenn beliebte Reiseziele in unmittelbarer Umgebung von Bayern früher wiedereröffnen. Die Bürgermeister werben "mit fester Überzeugung und großem Nachdruck dafür, ernsthaft eine Lockerung aller Betriebe in der Beherbergung, Gastronomie und Freizeitwirtschaft zu Ostern 2021 zu prüfen."

Bayerisches Gastgewerbe fordert Öffnung noch vor Ostern

Bürgermeister bitten um schnelle finanzielle Hilfen für Betriebe

In Oberstdorf stehen laut dem Brief 16.000 Gästebetten zur Verfügung. Demnach sind zwei Drittel dieser Betriebe nichtgewerbliche Privatvermieter oder Ferienwohnungsbesitzer, die aber, wie jeder andere Betrieb, Steuern und weitere Gebühren bezahlen müssten. "Trotz großer Umsatzeinbußen erhalten diese Betriebe seit dem Lockdown keinerlei finanzielle Hilfen", so die Bürgermeister in ihrem offenen Brief. Allgemein bitten die Bürgermeister die Politik darum, für einen "raschen Vollzug" der finanziellen Hilfen für die Unternehmen zu sorgen. 

Effizienz und Effektivität der Hygienekonzepte sei bereits bewiesen  

Die Bürgermeister weisen darauf hin, dass die touristischen Betriebe bereits verlässliche Hygienekonzepte entwickelt haben. Die ihre Effizienz und Effektivität der Hygienekonzepte sei bereits bewiesen: "Wir sind als Regionen grundsätzlich bereit, destinationsspezifische Gesundheits- und Hygienekonzepte mit entsprechenden Maßnahmen zur Prävention, als auch für das Management von Verdachtfällen und bestätigten Covid-19 Fällen für unsere Destination systematische und strukturiert auszugestalten." Dafür sei aber auch die Unterstützung der bayerischen Landesregierung nötig, indem "beispielsweise die Kosten einer detaillierten Abwasseranalyse auf Coronaviren in allen touristischen Regionen übernommen werden."

Diese Personen haben den Brief unterzeichnet

  • Klaus King, 1. Bürgermeister Markt Oberstdorf
  • Elisabeth Koch, 1. Bürgermeisterin Markt Garmisch-Partenkirchen, Aufsichtsratsvorsitzende der GaPa Tourismus GmbH
  • Hannes Rasp, 1. Bürgermeister Gemeinde Schönau a. Königssee
  • Franz Rasp, 1. Bürgermeister Marktgemeinde Berchtesgaden
  • Herbert Gschoßmann, 1. Bürgermeister Bergsteigerdorf Ramsau
  • Thomas Weber, 1. Bürgermeister Gemeinde Bischofshofen
  • Michael Ernst, 1. Bürgermeister Markt Marktschellenberg 
  • Dr. Bartl Wimmer, Verbandsvorsitzender Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee
Coronavirus im Oberallgäu: die aktuelle Lage

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