Forst
Ökonomie und Ökologie im Schutzwald - Experten tagen in Balderschwang

Rund 30 Forstexperten aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Norditalien tagten in Balderschwang, tauschten Erfahrungen aus und sahen sich Beispiele für die Pflege des Schutzwaldes an. Sie sind in der 2009 ins Leben gerufenen «Arge Alp» zusammengeschlossen, die sich nun erstmals in Deutschland traf. Die Europäische Union fördert das Projekt.

Das Miteinander von Ökonomie und Ökologie im Schutzwald steht im Mittelpunkt der Arbeitsgemeinschaft. Dafür galt der Tagungsort als besonders gutes Beispiel: Balderschwang sei aufgrund seiner Tallage in besonderer Weise vom Schutzwald abhängig, so Peter Titzler vom Kemptener Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) vor den Experten. Wegen der ansonsten latenten Bedrohung durch Lawinen und Erdrutsche könnte die Tourismusgemeinde ohne diesen Schutz nicht existieren.

Zwei unterschiedliche Exkursionsziele gab es vor Ort: In Gschwend wurde im Bereich des Nagelfluhs ein Schutzwald betrachtet, bei dem erst vor kurzem Pflegemaßnahmen stattfanden. Der bisher nur aus flach wurzelnden Fichten bestehende Wald soll langfristig als Bergmischwald wachsen. Wichtig bei jedem Eingriff sei, dass auch während einer Maßnahme die Schutzfunktion nicht leide, betonte Klaus Dinser vom AELF.

Ein spezifisch deutsches Problem ist, dass auch viele Privateigentümer Wald besitzen, die von notwendigen Schutzmaßnahmen erst zu überzeugen sind. Es gelte, die Sensibilität für die Schutzfunktion des Waldes zu wecken, während gerade weit entfernt wohnende Waldbesitzer vor allem an einem möglichst hohen Ertrag interessiert seien, so Dinser.

Im Bereich des Salamoos und damit im Flysch, einem Felsmaterial, das zu Berg- und Hangrutschungen neigt, fand die zweite Exkursion statt. Dort gibt es einen Mischwald, der verjüngt werden muss.

Grundsätzlich geht es den Forstexperten bei ihren Treffen darum, bestmögliche Beispiele aus der Praxis zu finden, die sich auch an anderer Stelle übernehmen lassen. << Das ist dann der Fall, wenn eine Maßnahme ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist >>, sagte Dinser.

Dazu sind weitere Treffen geplant: 2012 wollen sich die Arge-Alp-Teilnehmer in Tirol und Salzburg Beispiele anschauen, 2013 im Trentino. Das erste Treffen hatte 2010 in den Schweizer Kantonen Graubünden und St. Gallen stattgefunden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019