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Nach Schlammlawinen-Abgang in Oberstdorf: Fraglich, ob 21 Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können

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In unserem News-Blog erhalten Sie laufend aktuelle Informationen zu den Aufräumarbeiten nach dem Schlammlawinen-Abgang in Oberstdorf.

Update 18.15 Uhr: Schaden hält sich in Grenzen

Der Schaden durch die Schlammlawine bei den Sportstätten in Oberstdorf hält sich in Grenzen: In der Auslaufzone der Schanze habe sich ein wenig Wasser gesammelt, erklärt Stefan Huber, Geschäftsführer der Erdinger Arena. Im Gegensatz zum Außenbereich bei der Umfahrung unter den Tribünen.

'Da hat sich der Falkenbach in seiner ganzen Gewalt ausgetobt. An den Verbauungen und an der Straße sind teils gehörige Schäden entstanden', sagt Huber.

Bereits am Montagmittag hatten Gutachter die Fundamente und Teile der Tribüne unter die Lupe genommen – und bis auf die deutlich sichtbaren Spuren keine größeren Mängel festgestellt. Huber: 'Wir sind mit einem dunkelblauen Auge davon gekommen. Im Gegensatz zu den vielen Anwohnern, die es sehr heftig erwischt hat.'

Update, 17.50 Uhr: Fraglich, ob 21 Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können

Ob die 21 Menschen aus dem Bereich Am Dummelesmoos in Oberstdorf wieder in ihre Häuser zurückkehren können, ist fraglich: 'Das wird heute wohl nur eingeschränkt möglich sein', sagt Kreisbrandinspektor Joachim Freudig. In vielen der beschädigten Gebäuden fehlen weiterhin Strom und Wasser.

Ein Gebäude, genauer gesagt ein Doppelhaus, hat es Freudig zufolge besonders schwer getroffen: Eine Schlammlawine sei durch die Fenster an der Bergseite des Hauses eingedrungen, hinunter in den Keller geflossen und unten vorne wieder herausgekommen.

An einem nahegelegenen Haus Am Dummelsmoos erzählt eine Frau, die gerade hilft, das Haus ihrer Eltern aufzuräumen: 'Ich war im Urlaub in Südtirol und bin mit meiner Familie sofort gekommen, als wir von der Mure gehört hatten.' Hier im Haus steht der Schlamm einem bis zum Bauch – sogar im Erdgeschoss. Und der Keller sei sowieso komplett vollgelaufen. Ein Elternteil sei dort während des Murenabgangs gewesen: 'Zum Glück sind beide noch rechtzeitig raus gekommen, hier ist alles zerstört.' Ihre Eltern seien erst mal bei ihr daheim untergebracht.

Update, 17.10 Uhr: Staustufen und Rückhaltebecken bremsten Schlammwelle ab

Ursache an der Schlammlawine war der plötzliche Starkregen, der innerhalb kürzester Zeit auf das Rubihorn einprasselte: Kleine Bäche wurden daraufhin zu Wildbächen, die Schlamm und Geröll mit ins Tal rissen.

Wie Landrat Anton Klotz erklärt, löste sich durch das viele Wasser die Erde in den Schluchten, die daraufhin ins Rutschen geriet. Auf einmal bildete sich eine Mure, die immer schneller in Richtung Tal sauste.

Zum Glück hätten im Bereich des Faltenbachs Staustufen und Rückhaltebecken die Schlammwelle abgebremst, so Klotz.

Update, 15.40 Uhr: "Dieses Ereignis war extrem"

"Dieses Ereignis war extrem", sagt Karl Schindele. Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kempten geht davon aus, dass an manchen Stellen der Niederschlag noch stärker war als die 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 45 Minuten, die ein Regenmesser vor Ort angezeigt hatte.

Mehrere Menschen, die sich zurzeit des Murenabgangs im Keller ihrer Häuser befanden, seien "gerade noch herausgekommen", berichtet Schindele. Hätten sie nicht so schnell reagiert, wäre es vermutlich zu spät gewesen. Sein Appell: Bei so etwas oder bei Hochwasser "niemals im Keller bleiben, wenn die Türen nur nach innen aufgehen".

Update, 14.30 Uhr: Zehn bis zwölf Häuser schwer beschädigt

Die Gefahr durch eine Schlammlawine ist laut Bürgermeister Laurent Mies gebannt: Ursache für den Abgang sei der lokal auftretende Starkregen am Sonntagnachmittag gewesen. Innerhalb von einer dreiviertel Stunde fielen knapp 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Bereich Faltenbach, Am Dummelsmoos und Oytal.

Inzwischen sind Mies zufolge alle betroffenen Bereiche wieder anfahrbar, die meisten Gäste und Einheimischen wieder zuhause beziehungsweise in ihren Unterkünften.

Die schwersten Schäden gibt es an etwa zehn bis zwölf Anwesen Am Dummelsmoos. Ein Gebäude hat es besonders schwer erwischt, das derzeit noch genauer untersucht wird.

Update, 13.30 Uhr: Bürgermeister informiert über aktuelle Entwicklungen

Nach dem Abgang einer Schlammlawine am Sonntagnachmittag in Oberstdorf hat Bürgermeister Laurent Mies gerade Entwarnung gegeben: Bis auf einen Feuerwehrmann – er habe sich im Rahmen des Einsatzes leicht verletzt – sei sonst niemand körperlich zu Schaden gekommen. Landrat Anton Klotz schätzt den Sachschaden auf einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

Die meisten der gut 200 geflüchteten Menschen sind inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt. Darunter waren auch etwa 20 Urlauber, die nicht mehr in ihre Unterkünfte gelangten. Um die Betroffenen hatten sich im Oberstdorf Haus Mitarbeiter der Tourist Info und des Roten Kreuzes gekümmert. Am späten Abend konnten die ersten Menschen wieder zurück in ihre Häuser.

Update, 11.50 Uhr: Helfer sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt

Die Aufräumarbeiten in Oberstdorf laufen auf Hochtouren, nachdem gestern mehrere Bäche am östlichen Ortsrand der Marktgemeinde Geröll und Schlamm ins bebaute Gebiet brachten und großen Schaden angerichtet haben (die genaue Schadenshöhe ist laut Polizei noch nicht zu beziffern).

Heute werden die Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bergwacht, Rettungsdienst und Polizei vor allem mit Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Auch viele andere Freiwillige packen mit an.

Bürgermeister Laurent Mies und der Oberstdorfer Feuerwehrkommandant Peter Vogler wollen um 12 Uhr in einer Pressekonferenz über aktuelle Entwicklungen berichten.

Update, 11.20 Uhr: 200 Menschen verbringen Abend in Oberstdorf Haus

Gut 200 Menschen, die wegen des Murenabgangs evakuiert worden waren, haben gestern den Abend im Oberstdorf Haus verbracht. Darunter etwa 20 bis 30 Urlauber, die nicht mehr zu ihren Unterkünften kamen.

Viele Vermieter aus dem Umfeld erklärten sich bereit, die Menschen aufzunehmen. "Es war eine große Welle der Solidarität", so Tourismus-Chefin Heidi Thaumiller. Ihre Mitarbeiter und das Rote Kreuz kümmerten sich bis in die späten Abendstunden um die Evakuierten

Update, 10.15 Uhr: Nebelhornbahn geschlossen

Weil noch nicht alle Gefahrenstellen abgesichert sind, hat die Nebelhornbahn für heute ihren Betrieb eingestellt. "Die Bahn selbst ist in Ordnung. Wie aber etwa die Wege aussehen, müssen wir noch überprüfen", sagt Betriebsleiter Alfred Spötzel.

Stand 9.00 Uhr: In der Nacht wurden Straßen freigebaggert

Nach dem Abgang einer Schlammlawine in Oberstdorf am Sonntagnachmittag und der Evakuierung von 300 Oberstdorfern aus ihren Wohnhäusern wurde die ganze Nacht an einer Entschärfung der Lage gearbeitet. Zurzeit ist der Oberstdorfer Feuerwehrkommandant Peter Vogler zusammen mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes im Hubschrauber unterwegs, um sich aus der Luft eine Übersicht zu verschaffen.

Da es zurzeit immer noch leicht regnet, interessiert die Fachleute insbesondere der Wasserstand in den Bächen der Oberstdorfer Seitentäler. Die Nacht über wurde die vom Schlamm überfluteten Straßen und Bäche teilweise freigebaggert, um dem nachlaufenden Wasser Bahnen zu schaffen. Die Ortsstraßen sind nach Angaben der Polizei alle wieder befahrbar.

Zwei Wohnhäuser sind nach wie vor eventuell einsturzgefährdet. Heute wird zunächst der Schlamm, der gegen die Wände drückt, weggebaggert. Danach soll ein Statiker die Situation überprüfen. Wann die evakuierten Oberstdorfer und Feriengäste zurück in ihre Häuser können, ist derzeit noch nicht endgültig geklärt.

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