Arla
Lösung für Allgäuland-Milch in Fischen noch nicht eingetütet

Die Geschäftszahlen sind fatal, die Aussichten düster. Doch die von den Allgäuland-Käsereien und der Mehrheit der Bergbauern-Genossenschaft angestrebte Lösung ist noch immer nicht eingetütet. Eindringlich umwarb Arla Foods-Geschäftsführer Torben Olsen in Fischen die Bergbauern, ließ sich sogar zur Zusage hinreißen, das Milchwerk in Sonthofen zu erhalten. Allgäuland und besonders die Bergbauern hätten eine sehr hohe Milchqualität. Es gebe zehn verschiedene Milchsorten, in Schweden nur zwei. << Sie haben Produkte, die wir nicht haben >>, sagte Olsen mit Blick auf den Rohmilchkäse.

Und den Bergkäse finde man hervorragend. Auch wenn einige die Partnerschaft mit einem großen Unternehmen für schlecht hielten, könne ,groß durchaus gut sein. Olsen: << Groß bringt Sicherheit, wenn das Eigenkapital in Ordnung ist - und das stimmt bei uns. >> Auch die Erlaubnis für die Bauern, weiter Produkte selbst zu vermarkten, ist demnach kein Problem.

Keine Mengenbeschränkung

An etwa einem Drittel der Bergbauern prallten die Argumente ebenso ab wie vorgestellte Vertragsdetails: zugesicherter, marktgerechter Milchpreis, Forderungsverzicht der GmbH gegenüber Genossenschaften (allein bei den Bergbauern rund 900000 Euro), Verzicht der Genossenschaften Bad Wörishofen und Augsburg auf Forderungen an die GmbH.

Und es gebe keine Mengenbeschränkung, auch kleinere Milchmengen unter 50 Kilo würden abgeholt. Weil aber die Mehrheit für einen Kauf verfehlt wurde, soll nun eine erneute Versammlung folgen.

In der weiteren Debatte wurde dargestellt, dass eine mögliche Insolvenz << keine Spaßveranstaltung >> sei. << Sie werden gleichviel Zeit vor Gericht wie im Stall verbringen >>, mahnte ein Jurist.

5,8 Millionen Euro Verlust machte die Bergbauern-Genossenschaft im Vorjahr; das Eigenkapital in der Bilanz 2010 ist im Minus. Bei der Generalversammlung zog Vorstandschef Martin Kirchmann eine bittere Bilanz: Vor zwei Jahren habe es geheißen, man müsse alles in den Abschluss 2009 packen, damit es 2010 ein neutrales Ergebnis gibt.

Nun seien die Zahlen noch schlechter. Man habe sich im Kreis gedreht, während sich Unternehmensberater bereichert hätten. Seit Mai, so Kirchmann, sei ihm klar, dass es Allgäuland in der bisherigen Form nicht mehr geben könne.

Die an schlechte Zahlen bereits gewöhnten Bergbauern nahmen die Genossenschaftsbilanz vergleichsweise gelassen. Die Feststellung des Jahresabschlusses und der Beschluss des nun knapp 9,5 Millionen Euro schweren Verlustvortrages gingen mit Mehrheiten über die Bühne.

Kritische Nachfrage fand bei Allgäuland die 100000-Euro-Abfindung für Personal. Für die ehemalige Geschäftsführung, hieß es da. Auf die Stimmauszählung zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurde angesichts der späten Stunde verzichtet. Das Ergebnis wird nachträglich bekannt gegeben.

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