Silvester
Im Einsatz gegen die Spuren der Nacht

Es sieht wüst aus in Oberstdorfs Ortsmitte: Vom großen Silvesterknallen in der Nacht sind auf den Straßen und Plätzen Reste von Raketen, Böllern und Knallfröschen, Pappbecher, Flaschen, Luftschlangen und jede Menge Scherben übrig geblieben. Für die Mitarbeiter der Kommunalen Dienste Oberstdorf ist Ausschlafen nach der Silvesterfeier nicht drin. Für sie beginnt das neue Jahr mit der Straßenreinigung.

Mit acht Grad unter Null ist es eiskalt an diesem frühen Januarmorgen. Als der Bauhoftrupp um Einsatzleiter Josef Bloch kurz nach Sieben am Bahnhofsplatz mit den Aufräumarbeiten beginnt, ist es noch dunkel. Erst ganz allmählich setzt die Morgendämmerung ein.

Fünf Mitarbeiter der Kommunalen Dienste Oberstdorf sind an diesem Neujahrsmorgen im Einsatz. Mülleimer werden geleert und die vielen Flaschen, die nachts zuvor in Hauseingängen, auf Fensterbänken und Treppenstufen abgestellt wurden, werden weggeräumt.

Vier Kubikmeter Müll

Mit Federrechnen und Besen wird «das Grobe» auf den Straßen zusammengetragen, dann kommt die große Reinigungsmaschine, die Müll und Dreck sorgfältig zusammenfegt und in die Radlader-Schaufel schiebt. Von da aus wird der ganze Silvesterabfall auf einen Unimog geladen. Zwei bis vier Kubikmeter Müll werden wohl wieder zusammenkommen, schätzt Einsatzleiter Bloch. Anfang der Woche werden die Bauhofmitarbeiter den ganzen Dreck nach Sonthofen zur Müllverbrennung fahren.

Der Bauhoftrupp kommt nur langsam vorwärts. Die Tour am Neujahrsmorgen führt vom Bahnhof über die Hauptstraße an den Marktplatz und von dort aus über die Ost- und die Nebelhornstraße wieder zurück zum Bahnhof. Zweieinhalb Stunden Arbeit hat Bloch für die Aufräumarbeiten im Ortskern eingeplant.

Mesnerehepaar hilft mit

Am Marktplatz bekommt sein Team Verstärkung: Das Mesnerehepaar Olga und Alexander Gozebina ist bereits dabei, das Areal rund um die katholische Kirche zu fegen. Am Vormittag sind dann die Aussichtsplätze an der Reihe, von denen aus man das Silvesterfeuerwerk in der Nacht zuvor besonders gut sehen konnte: Die Straße Richtung Kleinwalsertal, die Steige zum Kühberg hinauf und der Platz vor der Erdinger Arena.

Es sei der typische Silvesterabfall, der da weggeräumt werden muss, sagt Einsatzleiter Bloch. Dennoch sei es «phänomenal», was die Leute alles auf die Straße werfen. «Wie wäre es eigentlich, wenn die Leute den Müll, den sie produzieren, aufheben und mit nach Hause nehmen», überlegt er laut. «Nur so als Anregung.»

 

Das große Aufräumen nach dem Silvesterknallen: Die Bauhof-Mitarbeiter in der Morgendämmerung im Ortskern von Oberstdorf. Foto: Sabine Metzger

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