Special Hund SPECIAL

Happy-End
Hund "Alwin" mit Lebendfalle eingefangen – Spürnasen üben in der Audi-Arena

Straßenhund Alwin konnte mit einer Lebendfalle eingefangen werden.
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  • Straßenhund Alwin konnte mit einer Lebendfalle eingefangen werden.
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Ein wahres Happy-End gab es für den griechischen Straßenhund "Alwin" und seine Besitzer Anfang der Woche. Am 12. September war der 2,5-jährige Kangal-Schäferhund-Mix seinen Besitzern unterhalb des Alpenblicks bei Burgberg entlaufen. "Der Hund lief einfach los und war dann sofort weg", so Melanie Guggemos. Die 36-jährige Trainerassistentin und ihre Kollegin Andrea Liss gehörten zu den ersten Personen, die vom verschwunden Alwin erfahren haben.

Fall sofort übernommen

Die Mitglieder der "Tiersuche-Allgäu" haben sich sofort mit den Besitzern in Verbindung gesetzt und das Vorgehen bei so einem Fall besprochen. "Die Besitzer aus dem nördlichen Oberallgäu haben sich bei unserer Leiterin Sabine Bader gemeldet. Ich und Andrea Liss haben dann den Fall übernommen", so Guggemos. Da der 2,5-jährige Rüde Alwin 700-800 Meter oberhalb eines Wanderwegs zuletzt gesichtet wurde, haben die Besitzer zusammen mit dem erfahrenen Team eine sogenannten "Heimwärtsschleppe" gelegt. Dabei wird mit Wurstwasser, Leckerlies und getragener Kleidung der Besitzer eine Spur in Richtung Auto gelegt. Am Ende der "Heimwärtsschleppe" stand dann das Auto der Besitzer mit geöffnetem Kofferraum. "Wichtig ist, dass die Besitzer dann sofort die Behörden (Polizei, Landratsamt), Tierärzte im Umkreis und den Jäger verständigen", so Liss.

Nächte vergingen

Einige Nächte vergingen und Alwin ließ sich leider nicht wie erwartet blicken. Da das Team um Liss und Guggemos aber nicht aufgeben wollte, gingen sie zum nächsten Schritt über. Am letzten Sichtungsort von Alwin wurden eine Futterstelle und eine Wildkamera angebracht. Dann drei Tage später die erlösende Nachricht: Alwin wurde gesehen und ihm geht es gut! "Die Futterstelle war leer und Alwin wurde durch unsere Wildkamera beim fressen gefilmt. Er lebt!", so Guggemos. Während am helllichten Tag Hund Alwin nirgends zu sehen war, ließ er es sich in der darauffolgenden Nacht wieder an der Futterstelle gutgehen.

Straßenhund Alwin konnte mit einer Lebendfalle eingefangen werden.
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Falle kommt zum Einsatz

Da es unmöglich war den 2,5-jährigen Hund so einzufangen, kam eine neue Anschaffung der Tiersuche zum Einsatz. Eine sogenannte"Lebendfalle". Die Falle, die rund 90 kg wiegt, wird am letzten Sichtungsort eines vermissten Hundes aufgebaut und "scharf" gestellt. Mit Futter wird ein kleiner Weg in die Falle gelegt. Wenn der Hund das Ende der "Lebendfalle" erreicht, schließt sie automatisch, sobald der Hund eine Lichtschranke durchbricht. Sofort werden dann die Verantwortlichen über das Auslösen der Falle informiert und durch Live- Kamera, die vor der Falle angebracht ist, gibt es auch gleich Bilder dazu. So war es auch in Alwins Fall. Nächtelang war der Schäferhund-Mix vor der Falle und ließ sich das Futter schmecken.

Vertrauen gewinnen

"So etwas braucht Zeit. Der Hund wurde in Griechenland schon so gefangen, wir müssen sein Vertrauen gewinnen, damit Alwin in die Falle geht", so Trainerin Liss. Dann endlich angelockt durch den Döner, der sich in der Falle befand, lief der 2,5-jährige Alwin nach 9 Tagen und Nächten endlich in die Falle und sie löste aus. "Wir haben in der Nacht von Montag auf Dienstag um 2:44 Uhr die Nachricht bekommen, dass die Falle ausgelöst hat und wir haben es auch auf den Live-Bildern gesehen", so Guggemos.

Straßenhund Alwin konnte mit einer Lebendfalle eingefangen werden.
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Falle erst 2 Wochen alt

Doch nicht nur sie ist erleichtert, auch Bernhard Bader, der Leiter der Tiersuche, zeigt sich erfreut. "Wir haben die 2.700 Euro teure Falle jetzt gerade einmal 2 Wochen und schon der erste Einsatz hat sich bezahlt gemacht und wir konnte ein Tier retten", so Bader. Doch, dass alles so glimpflich ausging, hatten sie auch dem Wetter und dem Allgemeinzustand des Hundes zu verdanken. "Wäre es jetzt Winter gewesen und wir hätten Minusgrade, wäre das alles nach so langer Zeit nicht so glimpflich ausgegangen", so Liss. Doch Alwin hatte Glück und konnte nach 9 Tagen wieder von seinen Besitzern in die Arme geschlossen werden. Geschwächt, aber dennoch glücklich, sprang der Schäferhund-Mix bei seinen Besitzern ins Auto. Nicht nur Hunde werden durch die Tiersuche Allgäu gesucht und gerettet.

Hunde helfen bei der Suche

"Nahezu alle Lebewesen haben einen einzigartigen Individualgeruch und können auch von Hundenasen entsprechend identifiziert  werden. Die 1A-Tiersuche-Allgäu beschränkt sich jedoch auf Haus- und Nutztiere. So konnten wir bereits beim Sichern von vielen Katzen und Hunden, aber auch von Schildkröten, Schafen und Hasen erfolgreich behilflich sein", so Bader. Damit die Spürnasen nicht aus der Übung kommen, wurde vergangenes Wochenende in der Audi-Arena in Oberstdorf geübt.

Übung im Skisprungstadion

Neben vielen verschiedenen Gerüchen, die durch die Besucher im Skisprungstadion verteilt werden, ist das Objekt vergleichbar mit einem Bahnhof oder einer Fußgängerzone. "In dieser einzigartigen Trailumgebung mit seinem Hund zu arbeiten erfordert ein möglichst sympathisch ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Hundeführer", so Bader. Bevor der Hund zum Einsatz kommt, wurde in der weitläufigen Arena eine Personen versteckt. Ein Geruchsträger wie zum Beispiel ein Schlüssel, ein Taschentuch oder ein Geldbeutel wurde dann dem Hund vor die Nase gehalten und ein entsprechendes Kommando wie "Such" oder "Trail" gegeben. Wenn der Hund die versteckte Person erfolgreich gefunden hat, wird dieser dann gelobt und er bekommt ein Spielzeug. Sollte jemand sein Haustier vermissen, kann er sich unter 0151-14853421 mit dem Team der Tiersuche Allgäu in Verbindung setzen.

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