Telefon
Hoffen, dass die Gebühren bald fallen

Nutzer von Handys und anderen Kommunikationsmitteln warten auf die Abschaffung der Roaming-Abgaben. Ende 2017 soll es soweit sein. Das würde auch die Österreicher freuen.
Manches dauert etwas länger in Europa, aber irgendwann wird es doch besser. Darauf warten viele Menschen auch in Sachen Kommunikation. Zwar ist der Urlaubsgruß aus dem Ausland - per Telefon, Handy oder SMS - schon billiger geworden als früher. Trotzdem sorgen die bestehenden Roaming-Gebühren, die beispielsweise beim Telefonieren im Ausland anfallen, immer noch für Ärger.

Aber es gibt Hoffnung: Die zusätzlichen Abgaben sollen Ende nächsten Jahres wegfallen - so die neueste Erklärung aus Brüssel. Darüber würden sich nicht nur Urlauber freuen. Begeistert wären auch unsere österreichischen Nachbarn, die ans südliche Oberallgäu grenzen.

Als ein aus dem Urlaub heimgekehrter Allgäuer Anfang August auf seine Handyrechnung schaute, staunte er nicht schlecht: 20 Euro mehr als in seinem Vertrag festgelegt, sollte er zahlen. Pro Tag im Ausland wurden ihm pauschal 2,99 Euro berechnet, damit er seinen Tarif zu Inlandskonditionen nutzen konnte. Gebucht hat er ein solches Paket aber nicht, benutzt hat er sein Smartphone ebenfalls kaum.

Horrende Rechnungen, wie es noch vor Jahren der Fall war, gibt es hingegen nicht mehr. So sind die Netzbetreiber mit besseren Auslandstarifen den Nutzern mittlerweile entgegengekommen. Auch die EU hat mit ihren jüngsten Roaming-Verordnungen zu einer Verbesserung der Gebührenlage beigetragen.

Seit 2007 die erste Verordnung in Kraft getreten ist, sind die maximal zulässigen Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland stetig gesunken. Ende 2017 sollen die Gebühren- mit Einschränkungen - ganz abgeschafft werden.

Auf diesen Tag freut sich Annamaria Spiegel schon. Die Kemptenerin zog für ein Auslandssemester nach Birmingham und kaufte sich eine englische Prepaidkarte. Wegen der hohen Roaming-Gebühren hielt sie mit Familie und Freunden in Deutschland nur über den Computer Kontakt.

Als sie dann eine Freundin in Dublin treffen wollte, musste sie feststellen, dass die englische Sim-Karte in Irland nicht funktionierte. Mit der neuen Regelung dagegen, wäre es bei einem längeren Auslandaufenthalt gar nicht nötig, sich eine weitere Karte zuzulegen, Extrakosten für einen Anruf nach Hause würden auch nicht anfallen.

Ein weiteres Problem: Funknetze halten sich nicht an Ländergrenzen. Wanderer, die in den Allgäuer Alpen unterwegs sind oder Einheimische, die an der Grenze zu Österreich wohnen, stellen immer wieder fest, dass sich ihre Handys in ein österreichisches Netz einloggen. Und das, obwohl sie selbst das Land nicht verlassen.

Umso ärgerlicher, wenn höhere Gebühren anfallen.

Früher zwei Vorwahlnummern Das Problem mit höheren Gebühren kennen die Österreicher im Kleinwalsertal und in Jungholz auch vom Telefonieren über das Festnetz.

Denn Bürgermeister Andi Haid aus dem Kleinwalsertal und seine Kollegin Karina Konrad aus Jungholz erinnern sich noch an die Zeit, als ihre Orte zwei Vorwahl-Nummern hatten - eine deutsche und eine österreichische: "Wenn wir nach Deutschland telefonierten, nahmen wir natürlich die deutsche Vorwahl. Das war dann wie ein Inlandstarif", sagt Haid.

2002 stellte die Telekom das um. Seither ist das Festnetz-Telefonat aus Jungholz, Riezlern oder Mittelberg nach Deutschland oder umgekehrt ein Auslandsgespräch. Aber darüber hinaus sind sich Jungholzer und Kleinwalsertaler einig: "Die Kommunikation in Europa ist viel besser geworden", sagt Aki Störmer, Obmann des Gastgewerbeverbands Kleinwalsertal.

Und davon profitiert vor allem der Tourismus in den beiden österreichischen Gebieten. Heute würden kurzentschlossene Urlauber morgens anrufen oder eine E-Mail schicken "und wenn ich ihnen die Buchung bestätige, checken sie abends bei mir ein", erzählt Störmer, Chef eines Vier-Sterne-Hotels. Das sei früher wesentlich umständlicher gewesen. Heute arbeite jede kleine Pension mit Online-Buchungen.

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