Vierschanzentournee
Für den Tourneestart am 27.28. Dezember wird in Oberstdorf Tag und Nacht gearbeitet

'Das sieht ja schon richtig wie Winter aus', ruft der kleine Kilian begeistert. Mit seinen Eltern ist er zur Erdinger Arena in Oberstdorf gekommen, um schon mal die Lage zu checken. Karten für das Auftaktspringen zur Vierschanzentournee haben die Weihnachtsurlauber bereits.

Eigentlich wollten sie an ihrem ersten Ferientag zum Skifahren gehen, weil es aber überall am Schnee mangelt, sind sie nun wie viele andere lieber zur Schanze gepilgert und schauen nun gebannt zu, wie die Lastwagen die kostbare weiße Fracht abladen und die Arbeiter sich gleich dran machen, jede neue Fuhre auf dem Auslaufhang zu verteilen. 'Das OK-Team arbeitet mit Hochdruck Tag und Nacht daran, dass wir wieder eine Top-Veranstaltung auf die Beine stellen', erzählt Dr. Peter Kruijer, 1. Vorsitzender vom Skiclub Oberstdorf.

Und es wird: Meter für Meter wächst das weiße Band im Stadion. Dr. Kruijer wirkt schon fast etwas erleichtert, dass man zum richtigen Zeitpunkt wichtige – wenn auch schwierige – Entscheidungen getroffen hat. Auch dank den Empfehlungen des beratenden Wetterexperten Joachim Schug der in den letzten Wochen mit seinen Wettervorhersagen durchwegs richtig gelegen hat. 'Hätten wir abgewartet und uns auf echten Schneefall oder brauchbare Temperaturen zur Herstellung von Maschinenschnee verlassen, dann würde es jetzt schlecht um den Auftakt stehen' so Kruijer.

Seitdem es aber die Unterstützung der finnischen Firma 'Snowtec' gibt, die dank zweier zehn Meter hoher Silos Frau Holle auf die Sprünge hilft, geht es mit großen Schritten in Richtung Tourneestart. 1.000 Kubikmeter wurden inzwischen produziert, dazu kommt noch der Schnee, der schon vor der Anreise der Finnen im Aufsprunghang vorhanden war. Das sieht nicht nur hoffnungsvoll aus, sondern das bietet inzwischen auch eine solide Grundpräparierung für das Großereignis am 27. und 28. Dezember, auf das alle Wintersportfans hinfiebern. 'Wenn es so gut weiter läuft mit der Produktion und der Anlieferung, dann steht dem Tournee-Auftakt nichts mehr im Wege', meint Stefan Huber, Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs GmbH, angesichts jeder neuen Lkw-Ladung voll des 'weißen Goldes'.

Für Donnerstag und Freitag melden die Wetterfrösche zudem den ersehnten 'Schnee in Oberstdorf'. Das würde den Veranstaltern trotz des jetzigen Erfindungsreichtums in die Karten spielen. 'Auch wenn es im Vorfeld nicht geklappt hat, wäre es sehr schön, wenn rechtzeitig zum Tourneestart Naturschnee fallen würde', so Stefan Huber. Nicht nur, um Oberstdorf und die Region Allgäu bei der Tournee der ganzen Welt als Winterdestination präsentieren zu können. Der Organisator denkt bereits ein Stück weiter: Denn für die Langlaufserie 'Tour de Ski', die am 3. und 4. Januar ebenfalls in Oberstdorf ihren Auftakt erleben soll, brauchen wir noch jede Menge Schnee. 'Und das natürlich am liebsten ganz traditionell von oben', so Huber.

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