Budget-Beratung
Erste Lesung zum Oberstdorfer Haushalt 2012 beginnt mit einer Überraschung für die Ratsmitglieder

In der Tourismus-Hochburg unterm Nebelhorn wird darüber nachgedacht, erneut eine Oberstdorfer Ortsbus-Linie mit abgasfreien Elektro-Großfahrzeugen einzurichten. Die Überlegung ist zu Beginn der Haushalts-Diskussion über das Budget 2012 im Marktgemeinderat vorgestellt worden.

Gemeindewerke-Chef Peter Müller präsentierte das beabsichtigte Vorhaben. Es erinnert an ein Umweltschutz-Pilotprojekt in den 90er-Jahren unter der Überschrift 'Autofreies Oberstdorf'. Unter der Ägide des damaligen Bürgermeisters Eduard Geyer erregte das Konzept auch in seiner Fortsetzung mit einem wenngleich gescheiterten Brennstoffzellen-Bus deutschlandweit Aufmerksamkeit. Eine Million Euro würde es nach bisheriger Schätzung die Kommune kosten, das Elektro-Bus-Modell zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem technologisch orientierten Fraunhofer-Institut in München als Partner umzusetzen.

Es handelte sich bei der Zusammenkunft des Gemeinderats quasi um die 'erste Lesung' des Haushalts. So ist es im Bundestag der Fall, wenn dort der Etat ins Parlament eingebracht wird und dann die Diskussion losbricht. Insofern ist auch noch nichts beschlossene Sache bei diesem allerdings schon im Budget-Entwurf der Gemeindewerke Oberstdorf berücksichtigten Projekt. Dem Chef des Elektrizitäts-und Wasserwerks sowie der Kommunaldienste schwebt vor, die jetzigen auch durch die Fußgängerzone rollenden störanfälligen Diesel-Busse ab dem Winterfahrplan 2012/13 durch E-Busse zu ersetzen. Mittlerweile sei das Prinzip technisch ausgereift, blickte Peter Müller auf die einstige Experimentierphase zurück. Wichtig ist aber noch immer, wie lange die Laufzeit der Batterie und damit der Leistungsumfang der abgasfreien Fahrzeuge ist.

Hier gab es aus dem Kreis der Gemeinderäte kritische Nachfragen, angesichts der Erfahrungen des CSU-Fraktionsvorsitzenden Fritz Sehrwind mit dem Brennstoffzellen-Bus, der mehr stand als fuhr. Auch sein CSU-Kollege Edmund Seiller warnte davor, blauäugig in das Experiment hineinzugehen. Rudolf Götzberger von den Freien Wählern (FW) zeigte sich von der Idee überrascht. Schließlich handle es sich hier um 'keine Kinkerlitzchen, die zwischen Tür und Angel besprochen werden sollten'. Doch Gemeindewerke-Chef Müller winkte ab. Wenn das Wirtschaftsministerium dem Ort nicht zur Seite stehe, sei das Projekt sowieso gestorben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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