Ausstellung
Der Maler Werner Specht zeigt im Kurhaus Fischen einfühlsam beobachtete Naturstimmungen aus dem Allgäu

Einfühlsam beschreibt Werner Specht in seinen Liedern und Texten die Menschen des Allgäus. Als Maler wendet sich der gebürtige Lindenberger zwar mehr der Landschaft seiner Heimat zu, offenbart aber auch dabei ein feines Gespür für Stimmungen und Atmosphäre - und bleibt stets bodenständig. Mit kraftvollem Pinselstrich hat er fast durchweg jene Bilder gefertigt, die derzeit im Kurhaus Fiskina zum Auftakt der «Fischinger Kulturzeit» zu sehen sind.

Dennoch nähert sich Specht, der Malerei und Grafik in München und Paris studiert hat, seinem zentralen Thema, der Allgäuer Landschaft, auf durchaus unterschiedliche Weise, wie die Bilder belegen. Die Palette der Darstellungen reicht über viele Zwischenstufen von fast völliger Abstraktion bis hin zu detailgenauer Wiedergabe. Wobei sich die Liebe zu den Details vor allem in den kleinformatigen Arbeiten findet.

Dort konzentriert sich dann auch der Blick: In Federzeichnungen etwa auf Stall-Inneres oder Hof-Äußeres und in einem außergewöhnlich akribisch gefertigten Aquarell auf eine am Haken hängende Stalljacke.

Diese ist zwar nichts anderes als ein in die Jahre gekommener Alltagsgegenstand, wird aber als Kleidungsstück mit Charakter in Szene gesetzt: In feinen Farbschattierungen schimmern die Spuren des Gebrauchs.

Wie ein kleines Idyll zeigt sich die Natur in manchen Aquarellen - etwa «Beim Vogelhaus». Doch auch jene großformatigen Gemälde, die einen Blick aus der Distanz auf größere Landschaftsstrukturen bieten, folgen den Gesetzen einer inneren Harmonie und eines genau konzipierten Aufbaus. So erzielt der Maler etwa im «Voralpenland» eine erstaunliche Tiefenwirkung durch eine raffinierte Staffelung grafisch strenger Linien und Flächen, Wälder und Schneefelder darstellend.

Solche Sogwirkung entfalten etliche der Landschaftsbilder. Sie fesseln den Blick des Betrachters schon von Weitem. Und überraschen den Besucher beim Nähertreten dann mit genau beobachteten Naturstimmungen, etwa dem aus bewegten Wolkengruppen dringenden, dunkel bewaldete Höhenzüge erhellenden Sonnenlicht, oder einer in Abendrot getauchten Schneelandschaft, die sich auf der Oberfläche eines eisigen Gewässers spiegelt. «Glücksmomente» oder «Gleichklang» nennt Werner Specht solche Momentaufnahmen und charakterisiert zugleich jene Gefühle, welche die Landschaft in den Menschen auszulösen vermag.

Landrat Gebhard Kaiser verweist denn auch in seiner Laudatio bei der Ausstellungseröffnung darauf, wie meisterhaft Specht in seinen Bildern Licht und Stimmungen des Allgäus einzufangen verstehe. Und er zeigt die Vielseitigkeit des Künstlers auf, der als Maler und Musiker, als Grafiker und Zeichner, als Liedermacher und Poet seiner Heimat ein Denkmal setze. Mit einigen Liedern und Instrumentalstücken gibt Specht dann selber Kostproben dieser weiteren Begabungen: Dabei vergleicht er - in Mundart - das Leben mit einer Blume, einer Blume, die manchmal zu schnell verblüht.

Auftritt und Ausstellung: Werner Specht gestaltet zusammen mit seiner Gruppe einen Liederabend am Samstag, 14. Mai, um 20 Uhr im Kurhaus Fischen. Die Ausstellung dort dauert bis 31. Mai und ist geöffnet montags bis freitags von 8.30 bis 19 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr.

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