Herz fürs Brauchtum (96)
Das Multitalent Michel Hiesinger aus Oberstdorf hat schon viele Stücke selbst geschrieben

Michel Hiesinger aus Oberstdorf ist Trachtler, Theaterspieler und Jodler. Und er spielt Akkordeon. In den vergangenen Jahrzehnten hat er viele Stücke selbst geschrieben.

Archiviert hat er sie allerdings nie: 'Ich hab’ das im Kopf', sagt er.

In den Trachtenverein ist Michel Hiesinger mit 18 Jahren eingetreten. Sechs Jahre hat er für die historische Gruppe Akkordeon gespielt, später wurde er Probenspieler bei den Wilde Mändle. 'Die Wilden Mändle werden bei den Aufführungen von der Musikkapelle begleitet, aber bei den Proben kann die Blasmusik natürlich nicht immer dabei sein. Deshalb braucht man einen eigenen Probenspieler.' In den Jahren 1975 bis 1990 war Michel Hiesinger aktiver Tänzer. Im Schnitt zehn Aufführungen gibt es in jedem 'Wilde-Mändle-Jahr'. Hiesinger erinnert sich gerne an diese Zeit. Michel Hiesinger gehört auch zur Theatergruppe des Trachtenvereins.

Beim Mundartstück von Eugen Thomma 'Alla bloas weags de Hearelit', das im Frühjahr mit großem Erfolg aufgeführt wurde, stand er wieder auf der Bühne und spielte einen der Wirtshausbesucher, die über den Bau des Moorschwimmbades gestritten haben.

Michel Hiesingers besonderes Engagement gilt der Musik. Seit 1988 ist er erster Tenor in der Jodlergruppe. Das Ensemble wird am Samstag die Auftaktveranstaltung zum 'Oberstdorfer Advent' mitgestalten.

Akkordeonist bis heute

Einige Jahre lang war Hiesinger Musiker im 'Oberstdorfer Trachtengsang'. Akkordeonist ist er bis heute in der 'Jodlermusik' – zusammen mit Adalbert Schall (Akkordeon), Franz Schleich (Bass) und Axel Böschl (Gitarre). Die vier Musiker spielen traditionelle, Oberstdorfer Triomusik. 'Gerade in Zeiten, in denen es immer mehr Oberkrainer-Gruppen gibt, ist es wichtig, sich auf die heimische Triomusik zu besinnen.'

Die Jodlermusik hat viele Stücke aus der Feder von Michel Hiesinger im Programm. Auch junge Volksmusikensembles wie die 'Oberstdorfer Vierermuseg' führen seine Kompositionen auf. Hiesinger freut sich, dass es heute wieder mehr junge Gruppen gibt, die echte Volksmusik machen und die zusammen singen und jodeln.

Ein großes Anliegen ist Michel Hiesinger (59) die Pflege der Oberstdorfer Mundart. Viele Wörter und Ausdrücke kenne man heute schon gar nicht mehr. 'Der Dialekt verändert sich, weil sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern', meint er. Umso wichtiger sei, dass in den Familien echte Mundart gesprochen und gepflegt wird. Auch deshalb, weil in Zeiten der 'Handy-Generation' immer mehr englische Fachbegriffe in die deutsche Sprache einfließen.

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