Verkehr
Am Abend mit dem Taxi in die Oberstdorfer Täler

Die Oberstdorfer Taxiunternehmen dürfen in Zukunft zu bestimmten Zeiten im Oytal und nach Gerstruben alle Fahrgäste befördern. Damit entsprachen die Mitglieder des Gemeinderats weitgehend einem Antrag des Vereins der ehemaligen Rechtler. Die hatten gefordert, die Ausnahmegenehmigung der Taxiunternehmen in die Täler um die Fahrstrecken Oytal und Gerstruben zu erweitern.

Gegen den Beschluss regte sich auch Widerstand unter den Räten. «Das sind die einzigen zwei Täler, in denen noch kein Verkehr ist», sagte Maximilian Hornik (UOL). Auch sein Parteikollege Anton Weiler sprach sich gegen die Genehmigung aus: «Wir werben für autofreie Täler und geben sie dann für den Verkehr frei.» In die gleiche Kerbe schlug Bergith Hornbacher-Burgstaller (Grüne): «Wenn wir Wanderhauptstadt werden wollen, müssen wir dem Verkehr in den Tälern die Rote Karte zeigen.»

«Es geht nicht darum, die Täler für den Verkehr zu öffnen», hielt Bürgermeister Laurent Mies dagegen. Schließlich würden Taxis nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. In der bisherigen Ausnahmegenehmigung (siehe Infokasten) waren die Strecken Oytal und Gerstruben nicht enthalten. Deswegen durften dort nur Anwohner mit Hauptwohnsitz befördert werden.

Das jedoch jederzeit. Um die Regelungen in den Oberstdorfer Talstraßen anzugleichen, könne dem Antrag so weit zugestimmt werden, dass auch im Oytal und nach Gerstruben jeder Fahrgast zwischen 18 Uhr und 8 bzw. 9 Uhr im Sommer befördert werden darf. «Gleiches Recht für alle», unterstützte Adalbert Schall (CSU) den Antrag, der mit acht Gegenstimmen angenommen wurde. Martin Rees (FW) regte an, das Thema des Öffentlichen Nahverkehrs in den Oberstdorfer Tälern intensiver zu beleuchten und gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten.

Zudem war beantragt worden, eine weitere wöchentliche Ausflugsfahrt des Marktbähnles nach Gerstruben zu genehmigen, die aber im Rat keine Mehrheit fand. «Gerstruben ist für einen großen Teil unserer Gäste schwer zu erreichen», hatte Otto-Mäx Fischer (UOL) für den Vorschlag argumentiert.

«Wir wollen das Museumsdorf unterstützen», signalisierte auch Alexander Rößle (SPD) Zustimmung. Die Verwaltung wandte sich gegen den Antrag, weil in den anderen Tälern auch nur eine Ausflugsfahrt genehmigt sei. «Bei den Taxis ist es eine Gleichbehandlung, beim Marktbähnle eine Ungleichbehandlung», sagte Laurent Mies. In der Vergangenheit habe sich der Rat bereits mit Ausflugsfahrten befasst. Dabei sei stets betont worden, dass insbesondere in Bereichen, in denen Stellwagen verkehren, keine Genehmigungen für weitere Ausflugsfahrten erteilt werden. In Schwand, Ringang, Laiter und Kühberg gibt es je eine genehmigte, wöchentliche Ausflugsfahrt und zur Talstation der Söllereckbahn zwei Fahrten. Auf allen anderen Talstraßen werden Einzelfahrten bei besonderen Anlässen (Hochzeiten, runde Geburtstage etc.

) genehmigt. Allerdings nur, wenn es sich um einen geschlossenen Personenkreis handelt.

 

Einsam liegt das frühere Jägerhaus auf dem Gebiet von Gerstruben. Damit die Täler auch in Zukunft vom Verkehr befreit bleiben, dürfen Taxis auf den Oberstdorfer Talstraßen nur abends und nachts verkehren. Foto: Archiv

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