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Ach Gott, süüüüüß! Ein Ausflug in den Eichhörnchen-Wald bei Fischen

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Groß Mühe geben muss man sich nicht. Einfach in die Hocke gehen, eine Haselnuss in der Hand und mit der Zunge ein paar Klick-Geräusche. Dann kommen sie angetrippelt und holen sich die Nuss aus der Hand. Nicht nur für Kinder ein besonderes Erlebnis: Der Eichhörnchen-Wald bei Fischen.

Den Eichhörnchen-Wald findet man nicht wie eine Touristenattraktion. Er ist nicht groß ausgeschildert, auch nicht wirklich spektakulär. Ein Geheimtipp unter den Einheimischen. Hier sind Bäume, Waldwege, sonst nichts. Außer den Eichhörnchen natürlich. Die gibt es zwar auch in anderen Wäldern, aber hier sind sie zutraulich, haben sich über die Jahre an den Menschen gewöhnt.

Erdnüsse gehen ganz gut zum Anlocken, besser sind aber Haselnüsse, verrät Andreas Fisel (49), seit zehn Jahren Förster im Eichhörnchen-Wald. Haselnüsse sind zum einen heimische Nüsse, zum anderen mögen die Eichhörnchen sie besonders gerne. Die harte Schale hilft bei der Zahnpflege.

Selbst für den Förster, der mit den Eichhörnchen täglich zu tun hat, ist die Begegnung mit den kleinen flinken Nagern immer wieder ein Erlebnis. Besonders freut es ihn, dass "die Faszination der Kinder für die Natur durch den Kontakt mit den Tieren geweckt werden kann." Er ist selbst Vater zweier Kinder und hat den Eichhörnchen-Wald mit ihnen zusammen bereits vor einigen Jahren erlebt, als er hier noch gar nicht Förster war. Seiner Beobachtung nach lernen Kinder hier, "wie man sich vorsichtig, rücksichtsvoll und leise verhält." Sonst kommen die Eichhörnchen nämlich nicht und das Erlebnis bleibt aus.

Im Fischener Eichhörnchen-Wald leben relativ viele Eichhörnchen in einem kleinen Waldabschnitt. Normalerweise hat ein Eichhörnchen ein Revier von ca. 50 Hektar (etwa 50 Fußballfelder). Hier dagegen leben ungefähr fünf bis sieben ausgewachsene Eichhörnchen dauerhaft zusammen, was auch damit zusammenhängt, dass sie von den Menschen intensiv gefüttert werden.

Der Eichhörnchen-Wald ist im privaten Besitz einer Wald- und Weidegenossenschaft. Förster Fisel berät die Genossenschaft, damit der Wald für die Besitzer bestmöglich bewirtschaftet wird. Wie aus diesem Waldstück der "Eichhörnchen-Wald" wurde, weiß der Förster selbst nicht so genau. Wahrscheinlich habe sich das "über die Jahre aus einer Tradition so entwickelt", meint er. Irgendwer hat wohl vor etwa 20 Jahren damit angefangen, die Eichhörnchen und auch die Vögel regelmäßig zu füttern. Die Tiere haben daraus über die Jahre gelernt und sind für Wildtiere ungewöhnlich zutraulich geworden.

Der Eichhörnchen-Wald ist Teil der Naturpark Nagelfluhkette.

Für die Waldwirtschaft sind Eichhörnchen und Vögel durchaus wichtig. "Eichelhäher, Tannenhäher, Eichhörnchen sind meine Mitarbeiter. Dadurch, dass sie Eicheln, Haselnüsse, Samen für ihren Wintervorrat verstecken und dann glücklicherweise nicht wiederfinden, tragen sie zu einer Verjüngung des Waldes bei, dazu dass wieder kleine Bäume wachsen können."

Solche interessanten Vorgänge in der Natur erfahren Kinder und auch Erwachsene dann von Andreas Fisel in der Waldpädagogik, für die er ebenfalls zuständig ist. "Wildtiere vertraut aus der Nähe zu sehen, das ist faszinierend, das geht jedem von uns so. Und wenn es so ein hübsches Tier wie das Eichhörnchen ist, gleich dreimal." Am meisten fasziniert sind natürlich Kinder.

Andererseits sieht der Förster auch den Nachteil: "Es verfälscht natürlich den Naturbegriff auch ein bisschen. Von Natur aus kommt kein Wildtier so nahe an den Menschen heran." Trotz alledem schafft die Begegnung eine Bindung von Kindern und Familien zur Natur. Für den Förster sehr positiv: Es schafft den Anlass, "den Sonntag Nachmittag nicht vor dem Fernseher zu verbringen, sondern im Wald. Allein das ist für mich ein großer Wert."

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