Special Wintersport im AllgäuSPECIAL

Wintersport
80 Millionen in Liftanlagen investiert: Deutsche Seilbahnen schauen optimistisch in die Zukunft

Nach einer guten Wintersaison 2014/15 haben die deutschen Seilbahnen in diesem Jahr 80 Millionen Euro in den Erhalt und in den Bau neuer Anlagen investiert. Im vergangenen Sommer habe die Branche aufgrund des guten Wetters mit 5,2 Millionen Gästen ein Spitzenergebnis erzielt, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) in München zum Beginn der Wintersportsaison mit.

Obwohl der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung steigt, bleibe die Zahl der aktiven Wintersportler seit Jahren konstant, berichtete VDS-Präsident Peter Schöttl. Vielleicht liege das daran, dass viele auch im Seniorenalter noch Ski fahren. "Gäste mit 70, 75 Jahren sind längst keine Seltenheit mehr", sagte Schöttl. Nach Angaben des Verbands gibt es zugleich einen Trend zum genussvolleren Skifahren.

Dazu gehörten unter anderem auch modernere Anlagen und kürzere Wartezeiten. Mit Kampagnen wie zuletzt "Dein Winter. Dein Sport." will der Branchenverband zudem um neue Zielgruppen werben - zusammen mit dem Ski- und Skilehrerverband. VDS-Vizechef Hannes Rechenauer kündigte weiter an, bei Schulen und Lehrern intensiv für Wintersportaktivitäten zu werben. Studien haben laut VDS gezeigt, dass Sport und Bergerlebnisse die geistige Leistungsfähigkeit steigern.

Keine Berührungsängste hat der Seilbahnverband nach eigenen Angaben mit dem Deutschen Alpenverein (DAV), der als weltgrößte Bergsportorganisation und als Naturschutzverband in der Vergangenheit wiederholt den Bau neuer Bergbahnen und Beschneiungsanlagen kritisiert hatte. "Wir haben eine 95-prozentige Schnittmenge mit dem Alpenverein", sagte Rechenauer. Schließlich fahre auch etwa die Hälfte der Alpenvereinsmitglieder Ski.

Beschneiungsanlagen bezeichnete Rechenauer als "Grundlage für den Wintertourismus". Der Deutsche Seilbahnverband sieht die Branche als Wirtschaftsmotor vor allem im ländlichen Raum. Nach einer Studie sichert jeder Job bei einer Bergbahn 5,1 Arbeitsplätze in anderen Bereichen. Der VDS vertritt die Interessen von 200 Seilbahnen, nicht nur in Bayern. So gibt es beispielsweise auch Seilbahnen in Koblenz oder in Boppard am Rhein.

In der neuen Wintersaison gehen neue Bergbahnen im Sauerland und am Feldberg im Schwarzwald in Betrieb. Die größte Einzelinvestition wird im Oberallgäu getätigt: In Bad Hindelang-Oberjoch werden für 23 Millionen Euro drei neue Sesselbahnen gebaut. Bei allen neuen Bahnen handle es sich um den Ersatz alter Schlepper, die abgebaut werden, betonte Rechenauer.

Im Bau ist die neue bayerische Zugspitzbahn vom Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen auf Deutschlands höchsten Berg. Sie ersetzt eine über 50 Jahre alte Seilbahn. Die Baukosten werden auf 50 Millionen Euro beziffert. Die neue Bahn soll zur Wintersaison 2017/18 in Betrieb gehen.

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