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Schlammlawine: Aufräumarbeiten in Oberstdorf gehen voran

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Nach dem Murenabgang in Oberstdorf wird weiter aufgeräumt. Feuerwehr, Freiwillige und Flüchtlinge: Alle helfen zusammen.

Update 13.30 Uhr: Aufräumarbeiten gehen voran

Die Aufräumarbeiten nach der Schlammlawine in Oberstdorf gehen voran. Die Keller am Faltenbach waren bereits gestern vom gröbsten Schlamm und Wasser befreit. "Wir hoffen, heute auch am Dummelsmoos die letzten Keller leerpumpen zu können", sagt Hans-Georg Gotzler, stellvertretender Feuerwehrkommandant in Oberstdorf.

"Da haben wir wirklich Glück gehabt"

Mittlerweile wurde bekannt, dass am Sonntag um ein Haar gut 2.000 Liter Heizöl ins Grundwasser und in die Trettach gelaufen wären: In einem Keller am Dummelsmoos wurde ein Öltank von der Schlammlawine umgeworfen und lief aus. Der Wasserspiegel im Keller reichte bis knapp unter die Kellerfenster. Wäre er weiter gestiegen, wäre das Öl nach draußen gelangt. Feuerwehrkommandant Peter Vogler: 'Da haben wir wirklich Glück gehabt.'

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Was dem Kommandanten Sorge bereitet: 'Der Schlamm trocknet und lässt sich nicht mehr absaugen.' Deswegen wird mittlerweile Wasser in die Keller geleitet. Denn dünnflüssigen Schlamm können die Pumpen der Feuerwehr verarbeiten. 'Wenn das nicht funktioniert, bleibt uns nur noch, den Dreck in Eimern rauszutragen.' Laut Kreisbrandinspektor Joachim Freudig kann das Doppelhaus im Dummelsmoos, das es besonders schwer erwischt hat, nämlich erst dann von Statikern untersucht werden, wenn es leer geräumt ist. Denn noch ist unklar, ob es überhaupt weiterhin bewohnbar oder einsturzgefährdet ist.

"Wir werden alles neu aufbauen"

Nathalie Meinfelder stand gestern vor ihrem Haus am Faltenbach und spritzte ihren Hausrat sauber. Am Sonntag war ihr Keller innerhalb von nur 15 Minuten bis zur Decke vollgelaufen. Bis ins Erdgeschoss kam das Wasser. Mit ihrer Familie ist die 43-Jährige erst vor einem Jahr in das Haus gezogen. 'Jetzt werden wir einfach alles neu aufbauen.' Ihr einziger Trost: 'Es helfen so viele Menschen mit, das ist wirklich toll. Auch die Feuerwehr hat echt einen Wahnsinnsjob gemacht.' Teilweise kamen Helfer zum Haus, die sie gar nicht kannte. Auch ihre Schwiegereltern sind extra aus der Nähe von Günzburg angereist, um zu helfen. Die Fragen, die als nächstes auftauchen, drehen sich um die Sanierung des Hauses. Über dessen Finanzierung will Meinfelder noch nicht sprechen.

Touristen zeigen Verständnis

Den Tourismus in Oberstdorf hatte die Schlammlawine kaum beeinträchtigt: 'Es gab keine größeren Auswirkungen', sagt Gemeinde-Sprecher Wolfgang Ländle. Die Gäste seien weitgehend informiert worden, die meisten Betroffenen kehrten bereits am Sonntagabend in ihre Quartiere zurück. Bis auf zwei Urlauberinnen, ergänzt Tourismus-Chefin Heidi Thaumiller: Sie durften wegen des Murenabgangs vorerst nicht in ihr Quartier, einen Ferienhof im Dummelsmoos. Die beiden wurden in einem Hotel untergebracht. Danach reisten sie ab, was sie allerdings ohnehin getan hätten, da ihr Urlaub am Montag endete.

Unterm Strich 'hatte kein Gast Schaden an Hab und Gut', betont Thaumiller. Die Tourismus-Chefin erhielt übrigens vonseiten der Urlauber 'nur Positives und Verständnis für die aktuelle Situation'. Manche von ihnen hätten bei den Aufräumarbeiten sogar mit angepackt. Thaumiller hatte zudem die Neuankömmlinge Montag selbst im Oberstdorf-Haus begrüßt und ihnen die aktuelle Lage erklärt: 'Alle zeigten Verständnis.' Auch Anrufer in der Tourist-Information hätten sich ruhig und geduldig verhalten.

Ebenso sei den Gästen vor Ort der starke Zusammenhalt und die Solidarität in Oberstdorf aufgefallen: Viele Menschen hatten am Sonntagabend kurzfristig viele Ausweichquartiere für Gäste und Einheimische angeboten, die dann aber nicht benötigt wurden. Mittlerweile sind die betroffenen touristischen Einrichtungen wie die Nebelhornbahn, die Erdinger Arena und die Breitachklamm wieder in Betrieb. Dass Gäste ihren Urlaub wegen des Unwetters absagen würden, kann sich Thaumiller nicht vorstellen: 'Unser Tourismus wird in Oberstdorf weiter so florieren wie in den vergangenen Monaten und Jahren.'

Von den Folgen der Schlammlawine beeinträchtigt seien derzeit lediglich zwei Vermieter am Dummelsmoos, erklärt Gemeinde-Pressesprecher Ländle. Einer davon befinde sich in dem Doppelhaus, das die Mure am schwersten getroffen hatte. Das Gebäude ist erst mal nicht bewohnbar. Der Vermieter habe zurzeit aber keine Gäste, weiß Tourismusdirektorin Thaumiller. Die künftigen Urlauber, die bei ihm bereits gebucht haben, würden seine Vermieter-Kollegen unterbringen.

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