• 11. November 2015, 08:02 Uhr
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Autowrack
Ausgebranntes Auto in 1.400 Metern Höhe: Wie kam es in die Oberstdorfer Berge?

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(Foto: Benjamin Liss)

Nach dem mysteriösen Fund eines ausgebrannten Autos in einem ausgetrockneten Bachbett unterhalb des Höfats-Gipfels in den Oberstdorfer Bergen ist die Polizei bei der Klärung des ungewöhnlichen Falls ein gutes Stück weitergekommen.

Den entscheidenden Hinweis gab ein Leser der Allgäuer Zeitung, der den am Sonntag gefundenen ausgebrannten Smart erst im Oktober verkauft hatte – an einen 30 Jahre alten Unterallgäuer. Der Zeuge hatte seinen früheren Wagen an den Felgen wiedererkannt.

Zudem haben Polizei-Experten inzwischen die durch das Feuer zerstörte Fahrgestellnummer identifizieren können. Der 30-jährige Halter des Autos war von Rettungshubschrauber Christoph 17 und der Bergwacht vergangenen Freitag aus Bergnot an der Höfats gerettet worden.

Zwar dauern die Ermittlungen noch an, doch der Fall kann jetzt teilweise rekonstruiert werden.

Die wichtigsten Fakten:

  • Vergangenen Donnerstag fällt Passanten in Oberstdorf ein Smart mit Ulmer Kennzeichen auf, der in hohem Tempo durch den Ort rast. Auch der später im Gebirge ausgebrannte Smart hatte ein Ulmer Kennzeichen. Dieses war zuvor von einem VW-Golf gestohlen worden. Ob es sich um das selbe Fahrzeug handelt, ist laut Polizei unklar – aber nicht auszuschließen.
  • Am Freitag kommt es an der Höfats zu einem Bergrettungseinsatz. Mit Hilfe des Rettungshubschraubers Christoph 17 retten Oberstdorfer Bergwachtler im Steilgelände der Höfats-Ostwand einen 30-jährigen Unterallgäuer. Der Mann trägt ein T-Shirt und eine Leinenhose. Er ist an der Schulter verletzt. Seine Hilferufe hatte ein Wanderer gehört. Der Verletzte wird ins Immenstädter Krankenhaus gebracht. Seit gestern ist klar: Der Gerettete hatte im Oktober den Smart gekauft.
  • Dem Hubschrauberpiloten fällt bei dem Flugeinsatz aus der Luft der ausgebrannte Wagen in dem Bachbett auf. Doch aus der Entfernung hält er das Wrack für ein abgestelltes Quad.
  • Der Wanderer Peter Brög, 58, aus Kempten entdeckt am Sonntagnachmittag nach einer Tour an der steilen Höfats das ausgebrannte Auto. Es könne noch nicht lange her sein, dass der Wagen gebrannt hat, denkt er sich. 'In den Metallvertiefungen lag noch Asche.' Bergsteiger Brög informiert die Polizei in Kempten, die Ermittlungen beginnen. Eine der wesentlichen Fragen: Wie kam das Auto in das mit groben Steinen und Felsen gefüllte Bachbett?
  • Der 30 Jahre alte Besitzer des Wagens ist polizeibekannt. Nach Informationen unserer Zeitung ist er unter anderem wegen Diebstahls- und Verkehrsdelikten in Erscheinung getreten. Die Polizei machte keine weiteren Angaben zur Person des Mannes. Bis gestern Nachmittag war er auch noch nicht vernommen worden. Wahrscheinlich wird man ihm verschiedene Delikte vorwerfen: Unter anderem einen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz, Urkundenfälschung und Diebstahl der Auto-Kennzeichen.
  • Beamte von Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt Oberallgäu begannen gestern mit Untersuchungen der Brandstelle. Es geht um die Frage, ob Schadstoffe in den Boden oder in Gewässer gelangt sind.
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