Life Kinetik
Holger Gensberger aus Thalkirchen erklärt, wie man Leistungen im Sport mit speziellen Übungen verbessern kann

Ein verpasster Schwung im Slalom-Weltcup, zu lange Grundlinien-Bälle im Tennis. Ungenauigkeiten, die trotz langer Vorbereitung ein schnelles Aus bereiten. Fehler, die mit einem neuartigen Gehirntraining vermieden werden könnten, erklärt Holger Gensberger, Life Kinetik-Trainer in Thalkirchdorf.

Die Lehre von der Ausschöpfung der Gehirnreserven durch gezielte Bewegung verspricht sportliche Leistungssteigerung mit nur einer Stunde Training pro Woche. Im Vordergrund stehen nicht Muskelaufbau oder Ausdauertraining, sondern vielmehr die Stimulierung ungenutzter Gehirnzellen. Mit Hilfe visueller und koordinativer Aufgaben werden neue Verbindungen im Gehirn geschaffen.

'Man muss die Gehirnzellen immer wieder stimulieren, sonst sterben sie ab', sagt Gensberger. 'Durch neue Verbindungen kann der Sportler aus einem größeren biochemischen und geistigen Potenzial schöpfen, und die Sinne werden geschärft.' Mit Life Kinetik sei es möglich, den Abstand der Slalom-Stangen schneller und genauer zu bestimmen, die Entfernung der Grundlinie beim Tennis deutlicher zu erkennen sowie die Geschwindigkeiten einzuschätzen.

'Außerdem sinkt der Kraftaufwand, nimmt die räumliche Wahrnehmung und Orientierung zu und die Entscheidungsgeschwindigkeit wird erhöht.'

Visuelle Reize im Mittelpunkt

Sportler aus allen Bereichen könnten demnach von Life Kinetik profitieren. 'Es muss zunächst auf die spezifischen Defizite der einzelnen Sportler eingegangen und dann entsprechende Übungen entwickelt werden', erklärt Gensberger.

Bei einem Skispringer mit Schwierigkeiten, den richtigen Zeitpunkt des Absprungs zu treffen, einer Golferin mit mangelnder Konzentration oder einem Eishockeyspieler, der das Tor immer um wenige Zentimeter verfehlt, lägen die Probleme an der Folgebewegung der Augen. 'Die Zielfokussierung und Reaktion auf visuelle Reize ist besonders wichtig', betont Holger Gensberger.

'Im Training müssen diese Sinne besonders geschult werden.'

Das Auge wird darauf trainiert, Entfernung präzise einzuschätzen, schnell zu reagieren und das Erlernte rasch auf veränderte Bedingungen anzupassen. Eine effiziente Übung ist das gerade Hochwerfen zweier Bälle. Der rechte Ball muss dann mit der linken Hand wieder gefangen werden - und andersherum. Aufgaben, die anfangs zu unkoordinierten Armbewegungen führen, zeigen oft schon nach kurzer Zeit Verbesserungen.

Das Gehirn hat gelernt, visuelle Reize und Bewegungen zusammenzuführen. 'Schon nach wenigen Trainingstagen konnte ich Verbesserungen insbesondere bei meiner visuellen Wahrnehmung feststellen', sagt Slalom-As Felix Neureuther. Auch die taktische Leistungsfähigkeit in schwierigen Spielsituationen kann laut Gensberger erhöht werden.

'Im Fußball werden zum Beispiel Spielzüge in Codes verwandelt. Die '1' ersetzt dabei den Befehl, nach vorne zu spielen, die '2' nach hinten und so weiter.' Dadurch werden Verbindungen zwischen akustischen Signalen und Bewegungsabläufen trainiert. Anschließend werden farbliche Codes aufgezeigt, um auch die visuellen Sinne zu stimulieren. 'Der Spieler muss blitzschnell zwischen den unterschiedlichen Befehlen schalten und fördert dadurch die Gehirnreaktion', erläutert Gensberger.

'Dies kann zu einer schnelleren Entscheidungsfindung führen, auf die es im Spitzensport ankommt, und fördert gleichzeitig die Anpassung an neue Bedingungen wie unterschiedliche Platzverhältnisse.'

Neben Tabellenführer Borussia Dortmund und weiteren Bundesliga-Klubs bauen auch Skispringer, Skirennfahrer, Biathleten und Eishockeyspieler auf Life Kinetik. 'Eines der spannendsten Dinge, die ich in den letzten Jahren entdeckt habe', lobt Jürgen Klopp (Borussia Dortmund), der als einer der ersten Trainer Life Kinetik fest in den Trainingsplan integriert hat.

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