Sportklettern
Ein Wettbewerb mit Hand und Fuß

Der 22. Allgäuer Sportkletter-Cup der Sektion Oberstaufen/Lindenberg des Deutschen Alpenvereins (DAV) geht am kommenden Wochenende in der Sporthalle Oberstaufen-Kalzhofen über die Bühne. Einer der ältesten und traditionsreichsten Kletterwettbewerbe Deutschlands wird auch nach über 20 Jahren seines Bestehen wieder in altbewährtem Rahmen ausgerichtet und erfreut sich, wie die Organisatoren mitteilen, ungebrochener Beliebtheit. Im Rückblick auf die vergangenen 21 Jahre kann das Organisatorenteam um Kathrin Straubinger zufrieden auf viele spannende Wettkämpfe zurückblicken, bei denen sich auch viele lustige Anekdoten ereigneten. Straubinger erinnert sich zum Beispiel an 1998, als die drei Titelfavoriten Christian Benk, Olaf Herrenkind und Maxi Klaus aus Immenstadt in Trachtenlederhosen zur Finalroute antraten. Besonders hinderlich war das ungewöhnliche Beinkleid beim Klettern anscheinend nicht - Benk, der heute mit Christian Häusler und Anton Fink die Routen schraubt, Herrenkind und Klaus belegten die Plätze zwei, drei und vier. Maxi Klaus legte zwei Jahre später noch eins drauf und tauschte seine Kletterschuhe mit rustikalen Bergstiefeln. Immerhin wurde er auch damit noch Elfter.

Lässigkeit und Ehrgeiz

Diese Lässigkeit zählt Straubinger zu den Gründen, warum der Allgäu-Cup stets große Resonanz in der gesamten Republik findet. Allerdings kommt auch der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz. Im Regelfall sind die Stockerlplätze hart umkämpft.

Eine gewisse Portion Show gehört jedoch trotzdem immer dazu, und gebannt können die Zuschauer verfolgen, wie sich die sehnigen Körper der Kletterer bei dröhnender Musik geschmeidig wie Katzen von Haltegriff zu Haltegriff hangeln, um auf der acht Meter hohen künstlichen Wand so weit wie möglich nach oben zu kommen. Mal hängen sie spektakulär an einem Arm, mal rasten sie an Stellen, wo jeder normale Kletterer wie ein Mehlsack aus der Wand fallen würde.

Am Muskelspiel der Oberarme kann auch der unbedarfte Zuschauer erkennen, welche Anstrengung nötig ist, um die Routen bis zum zehnten Schwierigkeitsgrad zu bewältigen. Nur mit hartem Training und viel Disziplin und Konzentration lassen sich diese Leistungen vollbringen.

Das bestätigt auch Routenplaner Christian Häusler. Der 32-jährige Lindenberger bemüht sich dabei mit seinen Kollegen, den Wünschen und Fähigkeiten der Sportler entgegenzukommen. Häusler: «Eine gute Route sollte vor allem abwechslungsreich sein und den Kletterer auf ganzer Linie fordern, was Kraft, Klettertechnik und das vorhandene Bewegungsrepertoire angeht. Aber jeder Kletterer hat da seine eigenen Vorlieben und Stärken.»

Wurzeln beim Pfarrfest

Seine Wurzeln hatte der Allgäu-Cup beim Pfarrfest in Weiler vor über zwei Jahrzehnten. Kinder durften damals an einer eher wackeligen Holzkonstruktion ihre Fähigkeiten als Klettermaxe testen. Beim ersten Wettbewerb im Jahr darauf folgte ein schon recht stabiler Holzturm, der aber einige ungeahnte Tücken barg. Drei Jahre später zogen die Kletterer in die Halle in Kalzhofen um, wo eine feste Kletterwand eingebaut wurde, an der der Wettkampf noch heute stattfindet.

Zwar sind Kaderkletterer seit nunmehr acht Jahren von der Teilnahme ausgeschlossen, wodurch der Wettkampf aber nicht an Spannung und Attraktivität eingebüßt hat. Kathrin Straubinger: «Im Gegenteil, durch die wachsende Zahl von Hobby- und Nachwuchskletterern aus der Region sind auch die Zuschauerzahlen eher gestiegen. Zu den diesjährigen Favoriten zählt sie Benjamin Sillmann (Freiburg, Sieger 2006, 2003 und 2002) und Thomas Hamm (Kempten, im Vorjahr Zweiter).

Noch nicht gemeldet hat Vorjahressieger Christoph Zöh (Illertissen), der nach drei Erfolgen in Serie den bisherigen Wanderpokal behalten durfte. Bei den Frauen hat die Siegerin von 2009, Ines Holtzmeyer (Kornwestheim) ebenfalls noch nicht gemeldet.Chancen rechnet sich auch Lisa Spötzl (Oberstorf) aus, die im Vorjahr Zweite wurde.

Insgesamt treten inklusive Jugendlicher und «Altherren» rund 120 Kletterer beim Allgäu-Cup an, zu dem die Organisatoren 500 bis 700 Zuschauer erwarten. (khw, az)

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