Musikfest
Prügel mit Holzknüppel, 4,5 Promille und andere traurige Höhepunkte in Oberstaufen

Teilweise mächtig aus dem Ruder gelaufen ist das sehr stark besuchte Allgäuer Musikfest vom 9. bis 12. Juni in Oberstaufen (Oberallgäu). Was für die Blasmusik Oberstaufen eine große Feier zu ihrem 150-jährigen Bestehen war, nutzten andere, um kräftig Krawall zu machen und sich über die Maßen zu betrinken. Das teilte die Polizei in einer langen Aneinanderreihung von Vorfällen mit:

So kam es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einer Vielzahl von Auseinandersetzungen zwischen teils massiv betrunkenen Musikfest-Besuchern. Eine bis zu 40 Personen starke Gruppe junger Männer aus Vorarlberg ging dabei sogar mit Holzknüppeln auf die Sicherheitskräfte am Festzelt los. Die Polizei spricht von einer << bisher nicht bekannten, dumpfen Brutalität >>. Erst als Platzverweise ausgestellt und die Trunkenbolde nach Österreich gebracht worden waren, kehrte wieder Ruhe ein.

Einen weiteren traurigen Höhepunkt des Musikfestes lieferte ein 49-jähriger Oberstaufener, der mit deutlich über 4,5 Promille erst ins Krankenhaus, später in eine Spezialklinik eingeliefert werden musste. Seinen Zustand beschreibt die Polizei als sehr ernst.

Von Auto überfahren

Mit einem gebrochenen Knöchel kam ein Festbesucher ins Krankenhaus. Der Mann war laut Polizei zunächst von einem hinter ihm fahrenden Pkw-Lenker angehupt worden. Daraufhin trommelte der später Verletzte mit den Händen auf die Haube des schwarzen Pkw und der unbekannte Lenker fuhr ihn kurzerhand über den Haufen. Er flüchtete, konnte aber später aufgefunden werden. Die Polizei sucht in diesem Fall nach Zeugen.

Ein gebrochenes Nasenbein trug ein junger Mann aus Weiler (Westallgäu) davon. Er hatte seinen 21. Geburtstag gefeiert und angeblich von einem 30-Jährigen eins auf die Nase bekommen. Der mutmaßliche Täter streitet das ab. Die Polizei ermittelt.

Ein 16-Jähriger wies sich mit einem nicht auf seine Person ausgestellten Studentenausweis aus.

Ein 15-Jähriger wurde gegen 23 Uhr, also nach dem Ende der erlaubten Ausgehzeit, mit 1,2 Promille in Schutzgewahrsam genommen. Er hatte nach Mitteilung der Einsatzkräfte keinen Plan mehr und wurde schließlich von seiner Mutter abgeholt.

Weitere Eskalationen verhindert

Ein 16-jähriger Oberstaufener wurde mit zwei Promille und mehr oder weniger hilflos in einem Hotel aufgefunden. Auch er wurde von seinen Eltern abgeholt.

Ein 34-jähriger Österreicher kam in die Ausnüchterungszelle, weil er im Festzelt randaliert hatte.

Weitere Eskalationen in der Nacht zum Sonntag wurden laut Polizei verhindert, weil vor allem Jugendliche konsequent und zielgerichtet in Sachen Alkohol kontrolliert wurden.

Wesentlich ruhiger ging es zunächst während der Abschlussveranstaltung am Sonntag zu. Der Umzug lief dank guter Organisation ohne Probleme ab. Das Abendprogramm jedoch konnte nach Angaben der Polizei wieder nur durch den Einsatz aller verfügbaren Kräfte friedlich über die Bühne gebracht werden. Erneut mussten einige stark alkoholisierte Besucher teils unter Anwendung körperlichen Zwangs aus dem proppenvollen Bierzelt bugsiert werden.

Dieses Mal allerdings verließen die meisten der Betrunkenen das Fest friedlich. Nur ein junger, aggressiver Österreicher musste festgenommen werden. Er beschimpfte die Beamten und wehrte sich gegen die Verhaftung. Die Folge: Ihn erwarten ein Strafverfahren und Kosten für den Einsatz.

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