Wandern
Neuer Weg bei Steibis führt auf die Spuren uralter Bäume

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Wenn die alte Eibe sprechen könnte, was hätte sie nicht alles zu erzählen. Sie, die dort oben am Berg bei Steibis (Oberallgäu) unzählige Menschenleben überdauerte. Sie stand dort schon, als Columbus Amerika entdeckte. Experten schätzen ihr Alter auf 600 bis 800 Jahre. Doch sie wird nicht preis geben, was sie über die Jahrhunderte sah - und ebenso wenig, was sie mit den Wanderern erleben wird, die einer neuen Karte künftig direkt zu ihr und einigen anderen Baumveteranen folgen. Herausgegeben haben den Führer «Auf den Spuren uralter Bäume» der Naturpark Nagelfluhkette und Oberstaufen Tourismus. Worum es darin geht, berichtet Naturpark-Geschäftsführer Rolf Eberhardt im Interview. Herr Eberhardt, welcher Gedanke steckt hinter dem neuen Baumführer?

Eberhardt: Die Idee kam uns, weil im Steibinger Alpgebiet so viele mächtige, alte Bäume stehen, wie sonst kaum irgendwo, und sie sind nicht etwa am Absterben. Sie wachsen prächtig. Das ist etwas Besonderes und das wollen wir Einheimischen und Touristen zeigen.

Warum wachsen diese Bäume gerade dort so gut und lange?

Eberhardt: Das hängt zum einen mit der Alpwirtschaft zusammen. Die Älpler schätzen die Bäume und lassen sie in Ruhe alt werden. Zum anderen liegt es an den besonderen Bodenverhältnissen im Nagelfluhgebiet. Dort ist die Bodenauflage besonders dick. Sie und das grobporige Nagelfluhgestein speichern viel Wasser. Auf diese Weise sind die Bäume kaum ihrem schlimmsten Feind, der Trockenheit, ausgesetzt.

Müssen zu den Bäumen neue Wanderwege erschlossen werden?

Eberhardt: Nein, das ist das Gute. Sie wachsen fast alle direkt am Wegrand. Es muss also auch niemand über Alpflächen laufen. Wer die Bäume sehen will, kann das bestehende Wanderwegenetz von Oberstaufen nutzen. Wir bitten alle Wanderer unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Die Bäume sind mit gemütlichen zwei- bis zweieinhalbstündigen Touren zu erreichen.

In welchem Gebiet stehen sie genau?

Eberhardt: Zwischen der Hochgrat- und der Imbergbahn in Richtung Nagelfluhkette. Aber ihre exakten Standorte sind auf der Karte eingezeichnet.

Gibt es bei den Bäumen selber weitere Informationen über die Baumart, das Alter und ähnliches?

Eberhardt: Darauf haben wir bewusst verzichtet. Das Ganze soll Entdeckercharakter haben. Die Leute sollen selbst die Natur erforschen. Sie sollen hinter die Dinge blicken. Die Daten zu den einzelnen Bäumen finden sie nur im Flyer.

Zeigen die Menschen heute denn überhaupt noch Interesse an solchen uralten Gewächsen?

Eberhardt: Ja. Gerade diese Bäume üben eine besonders Anziehungskraft auf viele Leute aus. Sie sind Symbole der Beharrlichkeit und Widerstandskraft, weil sie seit Hunderten von Jahren Schädlingen und Wetter trotzen. Sie stehen aber auch für Vergänglichkeit. Sie werden alt und knorrig. Jeder Baum hat sein eigenes, unverwechselbares Gesicht. Und wenn sie sprechen könnten, was sie alles erzählen könnten

Der Baum-Flyer ist kostenlos erhältlich bei Oberstaufen Tourismus Marketing unter der Telefonnummer 08386/9300-0 oder im Internet

www.oberstaufen.de

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